[RPG] "Lauf, Gibbs, lauf!" (FSK 16)

      [RPG] "Lauf, Gibbs, lauf!" (FSK 16)

      Ein absolutes Sommerloch zwingt das Team sich mit der verhassten Büroarbeit auseinanderzusetzen, bis sie die Nachricht vom Ausbruch eines Straftäters erreicht.
      Der pädophile Soziopath Isaac Dallas, den Gibbs Team vor Jahren gefasst hat, ist aus dem Gefängnis geflohen. Er will sich an Gibbs Leuten rächen. Ein perfides Katz-Maus-Spiel beginnt.

      Gibbs - anonyma

      Charlotte Miller - emmy Charlotte ist 35 Jahre alt, hat lange, rote Haare und lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Noah (17 Jahre) in einem kleinen Haus. Nach dem Tod der Eltern sind die beiden erst kürzlich von Kansas nach DC gezogen. Charlotte hat noch keinen festen Job gefunden und damit die beiden sich über Wasser halten können, arbeitet sie als Kellnerin.

      Team - anonyma/emmy (wie es gerade passt)
      Tony
      seit Wochen war nun schon nichts los. Gespannt wartete ich täglich drauf, dass das Telefon klingelte und uns ein neuer Fall zugewiesen wurde. Es müsste ja nicht gleich ein Mordfall sein. Ein Diebstahl oder von mir aus auch ein Betrugsfall wären schon reizvoll gewesen. Aber es tat sich nichts, absolut rein gar nichts. Ich fragte mich mittlerweile, ob Verbrecher wohl auch Erholungsurlaub einzuhalten hatten.
      Gelangweilt sah ich zu Ziva hinüber. Sie war mal wieder fleißig am schreiben und konzentrierte sich nur auf den Bildschirm ihres Rechners. Ich formte nebenbei aus kleinen papierfetzen kugeln. Grinsend schnipste ich ihr eins mit den Fingern zu. Das erste Kügelchen verfehlte leider das Ziel. Der zweite Schuss saß dann schon bedeutend besser. Es verfing sich in ihren langen, dunklen Haaren , direkt über ihrer Schulter.

      Tim

      Neben mir kicherte Tony leise und ich schaute auf. Er schoss kleine Papierkügelchen auf Ziva. Ich rollte mit den Augen und schaute rasch rüber zu Gibbs. Der Boss spähte über den Rand seines Bildschirmes und folgte Tonys Albernheiten mit gerunzelter Stirn. Doch anscheinend war es Gibbs zu lästig Tony mal wieder ermahnen zu müssen.
      Ich griff zu meiner Wasserflasche - die Sommerhitze schien das Ringen mit der Klimaanlage zu gewinnen. Gerade wollte ich die Funktionalität der Klimaanlage anzweifeln, als ich das Symbol einer internen Nachricht auf dem Bildschirm entdeckte. Ein Memo von Gibbs, das scheinbar an uns alle rausging - ich hob den Blick und sah in Gibbs Gesicht, dass dieser sich scheinbar amüsierte.
      ICh las den Text, der eine Reihe Termine für die nächsten Tage ankündigte. Training auf dem Schießstand, Nahkampf, Ausdauercheck. Ich grinste verstohlen - Gibbs hatte also auch die Nase voll von der verflixten Schreibarbeit.
      Tony
      aus den Augenwinkeln bemerkte ich, dass sich auf meinem Bildschirm eine e-Mail angekündigt hatte. Ich betete innerlich, dass es endlich Arbeit gab. Augenblicklich stellte ich den Beschuss gegenüber ziva ein und richtete mich im Schreibtischstuhl auf. Die kleinen papierkugeln beförderte ich in den Mülleimer. Das einige daneben fielen war mir völlig egal. Wozu hatten wir eine Putzfrau?
      mit einem lächelnden Gesichtsausdruck öffnete ich die Mail. Doch das grinsen verschwand, als ich las was dort stand. Ich hob den Blick, um in Gibbs Richtung zu sehen. War das sein ernst? Genervt seufzte ich leise auf.

      Ziva

      Mit einem breiten Grinsen schaute ich auf, blickte in Tonys genervte Miene und dann zu Tim, der mein Grinsen erwiderte. Wir trainierten seit einer Weile zusammen. Tim hatte es satt gehabt sich von Tony immer aufziehen lassen zu müssen wegen seiner körperlichen Fitness. Und das hatte er auch gar nicht nötig.
      "Gibbs? Bist du mein Sparringpartner?" Ich wollte unbedingt sehen, wie DiNozzo sich an Tim die Zähne ausbeißen würde.

      Gibbs

      Ich lachte kurz auf. "Wie immer, Ziva!" Dann stieß ich mich von meinem Schreibtisch ab und eilte zwischen den Tischen entlang. Mein Koffeeindepot wollte dringend aufgefüllt werden.
      Tony
      mit hochgezogenen Augenbrauen sah ich meine israelische Kollegin an. Dann lehnte ich mich in meinem Schreibtischstuhl zurück, als Gibbs außer Sichtweite war und lachte leise auf.
      "und mir überlasst ihr McSchlappmacher? Der kommt doch nicht annähernd an meine Kondition heran!"


      Charlotte
      es war fürchterlich heiss heute und mein Boss kannte wirklich kein Erbarmen. Seit den frühen Morgen hatte ich bislang ohne Pause durch gearbeitet. Doch nun reichte es mir und vor allem meinen Füßen. Die fühlten sich vollkommen angeschwollen an. Wenn ich irgendwann nach Hause käme, bekam ich die Schuhe sicher nicht mehr aus.
      Heimlich schlich ich zur Seitentür des Dinner hinaus und setzte mich dort auf die Treppenstufen, die zum Bürgersteig führten. Verstohlen sah ich mich um. Bislang vermisste mich meine Kollegin wohl nicht. Mit den paar Gästen kam sie prima alleine zurecht. Vorsichtig zog ich meine Schuhe aus und betrachtete meine Füße, die von Blasen übersäht waren. Außerdem waren sie an einigen Stellen rot, da dort wohl meine Pumps gescheuert hatten.
      Tief durchatmend lehnte ich mich zurück und streckte die Beine dabei etwas aus, um sie zu entlasten.


      Gibbs

      Die Sonne brannte gnadenlos auf mich hinunter, während ich in Richtung des Diners lief, in dem ich immer meinen Kaffee besorgte.
      Ich seufzte leise und ließ meine Gedanken schweifen. Am Morgen war mir eine Kleinanzeige in der Tageszeitung aufgefallen. Ein kleines Segelboot wurde darin feilgeboten - "Für talentierte Handwerker" - zu einem Spottpreis. In Gedanken hörte ich das leise PLätschern von sich am Bug brechendem Wasser und fühlte mich allein durch den Gedanken daran erfrischt. Vielleicht würde ich heute Abend tatsächlich die Nummer wählen und mir das Boot einmal ansehen.
      Schwungvoll wollte ich die Tür zum Diner öffnen und krachte hart dagegen. Sie war verschlossen. Ungläubig ruckelte ich an der Tür, doch nichts tat sich.
      Ich stöhnte gequält auf und hörte ein Lachen hinter mir. Hanna Shoeman, sie arbeitete in der Personalabteilung des NCIS - und sie hielt einen Kaffeebecher in der HAnd.
      "Auf dieser Seite der Straße werden heute Wasserrohre neuverlegt - das Wasser ist komplett abgestellt. Daher hat der Diner geschlossen. Aber 50 Meter weiter, da hat doch ein Starbucks aufgemacht. Da gibt es Kaffee in allen erdenklichen Sorten!"
      "Hoffentlich auch eine die genießbar ist!", brummte ich leise und nickte ihr dankend zu.
      Sie hob ihren Becher als würde sie mir zuprosten und lief dann weiter. Ich zuckte mit den Schultern und machte mich auf den Weg zu dieser neuartigen Kaffeefabrik.
      Charlotte

      ich hatte mich mit den Rücken ans Treppengeländer gelehnt und meine Beine auf die Treppenstufen gelegt. Der Platz hier lag wenigstens im Schatten und sorgte für eine kleine Abkühlung.
      Ich hielt die Augen geschlossen und träumte von meiner alten Heimat. Wie ich es doch vermisste dort zu sein. Erst ein unsanftes ruckeln riss mich aus meinen Träumen.
      "ey, schlafen kannst du zu Hause! Hier wird gearbeitet!"
      bellte mich mein Boss an, während ich ihn mit entsetzten Gesichtsausdruck ansah.
      "ich... Ähm... ich..."
      stotterte ich zurecht, da mir gerade keine passende Antwort einfallen wollte. Ehe ich mich versah, drückte mir der Mann einen Eimer und Lappen in die Hand.
      "Fenster putzen! Zackzack und alles streifenfrei!"
      ich zog mir gerade meine Schuhe wieder an. Dann glitt mein Blick zu den Fenstern, danach zur Sonne und blieb anschließend beim Gesicht meines Vorgesetzten hängen. War das ernst gemeint? Doch dieser Ausdruck in seinen Augen ließ keine Fragen zu. Deswegen nickte ich nur leicht und murmelte ein leises, "ja, sir."
      das er mir diese unverdiente Pause vom Gehalt abziehen würde, durfte ich mir noch anhören, während ich rein ging und kurz darauf meine Arbeit aufnahm.

      Gibbs
      Mit einem misstrauischen Schnauben stieß ich die Tür auf zu dem nagelneuen Kaffeeladen und blieb knapp hinter der Ladentür stehen. Mein Blick war auf die unendlich lange Preisliste gefallen, die alle möglichen Arten von Kaffee listete. Ich zog meine Lesebrille aus der Brusttasche meines Hemdes und fing an zu lesen. KAFFEE - schwarz, heiß, stark - stand dort nirgendwo. Ich stöhnte leise auf und rollte mit den Augen, dann ging ich an den Tresen und suchte den Blick der blonden Frau, die mir erwartungsvoll entgegenblickte.
      "Kaffee", knurrte ich und gab mir keine Mühe nicht mürrisch zu klingen.
      "Ja?", entgegnete sie und sah mich auffordernd an.
      "schwarz, heiß, stark - ein großer Becher!", forderte ich knapp, während ich meine Lesebrille zurück in die Tasche gleiten ließ.
      "Wenn sie ihn gerne herber mögen, dann kann ich Ihnen den Cafe Americano anbieten - eine Espressozubereitung."
      Ich seufzte. "Ich möchte einen großen Becher starken, schwarzen Kaffee - ohne Schnickschnack!"
      "Cafe Crema oder Filter?"
      "Ja!", knurrte ich ungeduldig.
      "Ja? Ähm ..."
      Hinter mir schien jemand verhalten zu lachen. Ich dachte ernsthaft darüber nach hinter diesen Verkaufstresen zu gehen und mir meinen Kaffee selbst zu suchen.
      Charlotte

      ich hatte den Eimer halb voll laufen lassen mit Wasser und gab einen Schuss Reiniger mit hinzu. Mit den Lappen in der einen und dem Eimer in der anderen Hand ging ich zur Fensterfront des Diner. Dort stellte ich alles auf dem Boden ab und tauchte einen der Lappen ins Wasser. Danach wrung ich ihn aus und wischte über die erste Scheibe. Das Wasser schien sofort verdunstet zu sein und schlieren waren sichtbar. Das würde ein toller, restlicher Arbeitstag werden. Wie sollte ich das bitte in den Griff bekommen? Zum Fenster putzen war es eindeutig zu heiss. Das mein Boss mir mit Absicht diese "Strafarbeit " gegeben hatte, war mir schon klar. Der Kerl könnte mich vom ersten Augenblick an nicht leiden. Lag vermutlich daran, dass er ein Auge auf meine Kollegin geworfen hatte und ihr lieber die Kasse überließ, während ich die Drecksarbeit machen durfte.
      Ich riskierte einen kurzen Blick zu Vanessa, die gerade an der Kasse einen Kunden bediente. Der Mann schien nicht grad einfach Zusein. Das entlockte mir ein Grinsen, während ich versuchte dem Gespräch aus der Entfernung zu folgen.

      Gibbs

      Die Frau musterte mich und schien nicht recht zu wissen wie sie mir meinen Wunsch nach Kaffee erfüllen sollte. In einer Kaffeebude!!!!
      Ich beugte mich vor und deutete auf die Glaskanne, in der gerade frischgebrühter Kaffee lief.
      "Nehmen Sie doch einfach einen dieser großen Pappbecher und befüllen sie diesen mit dem Kaffee, der da gerade in die Kanne läuft."
      Sie lächelte etwas gequält. "Gerne, danach hatte ich gefragt. Einen großen, ja?"
      "Ja, bitte!" Ich seufzte ergeben, als ich schließlich endlich meinen Kaffee in Händen hielt.
      Das hier hatte länger gedauert als geplant. Hastig wandte ich mich um, während ich noch den DEckel auf den Pappbecher drückte und prallte mit einer Frau zusammen. Ehe ich begriff woher es kam, spürte ich heiß-feuchte Wärme meine Kleidung tränken und den gefährlich rutschigen Boden unter meinen Füßen...
      Charlotte

      ich amüsierte mich köstlich über dieses Gespräch. Wahrscheinlich hatte ich ein Dauergrinsen auf den Lippen. Vergeblich versuchte ich nebenbei die Fenster streifenfrei zu putzen. Mit skeptischen Blick trat ich einige Schritte vom Fenster zurück und betrachtete nachdenklich mein Werk. Da dürfte ich sicher nochmal bei gehen. Gerade wollte ich mich umdrehen und noch Tücher holen, da stieß ich mit jemandem oder mit etwas harten zusammen.. im nächsten Augenblick lief mir etwas heißes das Dekolleté entlang und ich zuckte vor Schmerz zusammen. Verdammt war das heiß gewesen. Als ich die zusammen gekniffenen Augen öffnete, stand der Kunde von eben mir direkt gegenüber. Sein kaffeebecher war leer und wir beide standen in einer braunen Pfütze .
      "Entschuldigung! Ich hole sofort was zum sauber machen."
      ich schluckte und blickte in seine blau leuchtenden Augen. Dabei versuchte ich an ihm vorbei zu kommen und geriet dabei ins Rutschen mit meinen Schuhen, die auf dem nassen Boden keinen Halt finden wollten.

      Charlotte

      es ging alles so schnell, dass ich keine Zeit hatte zu reagieren . Ich fand mich auf dem Hosenboden sitzend auf den Fliesen des diner wieder und sah neben mir den Gast. Lautes Gelächter war hinter dem Tresen zu hören. Meine Wangen bekamen eine hochrote Farbe und begannen zu glühen. Die Schmerzen an meinem Steißbein waren dadurch plötzlich vergessen.
      "ich... das wollte ich nicht..."
      stammelte ich zurecht und versuchte auf die Beine zu kommen.
      "haben sie sich weh getan?"
      fragte ich vorsichtig nach. Das war heute einfach nicht mein Tag.

      Gibbs

      "Sie haben meinen Kaffee verschüttet!", bellte ich und sah die Frau zornig an, die es anscheinend nicht schaffte ihre Gliedmaßen zu sortieren, um aufzustehen. Mit einem leisen Grollen rappelte ich mich auf und ignorierte das unangenehme Pochen in meinem Knöchel ... und am Steiß. Mürrisch hielt ich ihr meinen leeren, zerdrückten Kaffeebecher unter die Nase.
      Charlotte

      noch so einer, der laut werden konnte.
      "Ich sagte doch bereits , dass es mir leid tut!"
      gab ich schroff zurück. Was sollte ich denn noch sagen? Es war immerhin keine Absicht gewesen. Ich drehte mich etwas seitlich und rappelte mich auf. Dabei spürte ich wieder die Schmerzen im Rücken durch den Sturz.
      "ich besorge ihnen einen neuen."
      erwiderte ich mit einem Blick auf den zerdrückten Becher in seiner Hand.

      Gibbs

      Ich nickte nur und wandte mich ab. Es war nicht meine Absicht gewesen die junge Frau so anzugehen - anscheinend hatte sie sich verletzt, so schwerfällig, wie sie aufgestanden war. Es dauerte nur Augenblicke, dann hielt sie mir wortlos den Kaffee hin. Ich nickte.
      "Danke. Vielleicht ... Vielleicht sollten sie sich einen Moment setzen. Sie scheinen etwas blass um die Nase."
      Zum ersten Mal musterte ich sie und musste unwillkürlich lächeln. Sie sah sogar dann noch freundlich aus, wenn sie allem Anschein nach stinksauer war.
      Charlotte

      nun war ich doch etwas verblüfft und schüttelte den Kopf.
      "nein, das geht nicht."
      mein Blick wanderte von seinem Gesicht, zu seinem Hemd und dann zum Fußboden. Was für eine Sauerei. Dafür würde ich den nächsten Ärger kassieren von meinem Vorgesetzten.
      "ich hole ihnen was zum sauber machen."
      ich wandte mich ab und holte ihm einige Servietten zum trocknen seines Hemds.

      Charlotte

      ich kam kam mit Tüchern wieder und riss die Augen weit auf, als der Mann die Pfütze am Boden begann aufzuwischen. Mein Chef bog grad um die Ecke, da er aus dem Büro kam. Mir brach der kalte Schweiß aus. mit schnellen Schritten ging ich zu dem Gast. Ich reichte ihm die trockenen Tücher.
      "ich habe doch gesagt, dass ich das mache..."
      murmelte ich und hörte schon meinen Namen von hinten.
      "Charlotte! Was wird das?"