Mit Freunden oder alleine sterben? Thread 8 *Story beendet* Kapitel 80 - 82

      Mit Freunden oder alleine sterben? Thread 8 *Story beendet* Kapitel 80 - 82

      Mit Freunden oder alleine sterben?

      Story beendet

      Thread 8
      Fortsetzung von Thread 1 bis 7
      Autorin: Ziva-Ute


      Kapitel 80

      Im Krankenhaus
      Intensivstation

      Montag
      17:00 Uhr

      Am
      Vormittag waren die Medikamente abgesetzt worden. Die Ärzte hatten
      gesagt, das es ein paar Stunden dauern würde bis der Patient
      aufwachte. Seit dem waren sie immer zu Zweit bei Tony und
      unterhielten sich in normalem Ton. Sie hofften darauf, das ihr Freund
      sie sprechen hörte und so wieder aus dem Schlaf fand.

      Zur
      Zeit waren Gibbs und Ducky bei ihrem Senior Field Agent und der
      Mediziner erzählte eine seiner Geschichten.

      Wie
      verabredet kamen Abby und Palmer herein. Sie waren die Ablösung. In
      zwei Stunden würden Tim und Deleila die nächste Schicht übernehmen.

      Für
      alle waren die letzten Tage nicht einfach gewesen. Immer zu hatte das
      Damokles Schwert über ihnen gehangen. DiNozzos Werte waren zwar die
      ganze Zeit über stabil gewesen, trotzdem hatte die Regungslosigkeit
      ihnen zu schaffen gemacht. Von Dr. Cunning wurden sie auf dem
      laufenden gehalten. Zwar äußerte er sich jeden Tag
      zuversichtlicher, ließ aber auch keinen Zweifel daran, das noch
      tausend Dinge schief laufen konnten.

      Bei
      DiNozzo Senior führte diese Unsicherheit dazu, das er sich
      beschäftigen musste um eine beginnende Depression zu bekämpfen. Und
      was macht ein Geschäftsmann in solchen Fällen? Senior hatte schon
      mehrere Einladungen für Geschäftsessen und Partys gesammelt. Jetzt
      war er in Gibbs Haus dabei, ein Geschäftsmodell zu entwickeln. In
      den letzten Tagen hatte er sich mit Feuereifer darauf gestürzt. Aber
      er hatte seinem Gastgeber auch hoch und heilig versprochen, sofort
      alles stehen und liegen zu lassen, wenn er ihn anrief und zu Tony
      bestellte.

      Der
      Chefermittler hatte bereits in seinem Leben zu viel gesehen, als das
      er kein Verständnis für den Älteren aufbringen konnte. Jeder hatte
      seine eigene Art mit dieser Sorte Stress fertig zu werden. Er selbst
      baute weiter an seinem Boot, wenn er nicht im Krankenhaus war. Und in
      diesen Tagen kam er gut voran.

      Vance
      hatte dem Team zwei Wochen Urlaub gegeben. Sie sollten sich von dem
      Schock erholen. Um sicher zu stellen, das sein bestes Team diese
      furchtbare Explosion und Rettungsaktion verarbeitete, machte Leon es
      allen zur Auflage zu einem Psychologen zu gehen. Natürlich war
      keiner begeistert davon. Beginnen würden sie sowieso erst damit,
      wenn es ihrem Kollegen besser ging. Ob es aber etwas bringen
      würde....

      McGee
      hatte ein paar Gespräche mit Deleila aber auch mit seinem Vater
      geführt. Es war schwer für ihn, die Schuldgefühle des Überlebenden
      los zu werden. Alpträume inklusive.

      Seine
      Freundin versuchte ihn auf andere Gedanken zu bringen und sie
      diskutierten, ob und wann sie Kinder haben wollten. Ein schwieriges
      Thema und doch durch Tony angestoßen, setzen sie sich damit
      auseinander.

      Der
      Admiral half seinem Sohn mit Erzählungen ähnlicher Erlebnisse aus
      seinem Leben und was ihm bei der Bewältigung geholfen hatte. Es tat
      nicht nur Tim gut, sondern auch ihrem Verhältnis zueinander. Zum
      ersten Mal vermittelte sein Vater ihm, das er ihn liebte, verstand
      und stolz auf ihn war. Er war für ihn da.

      Anthony
      DiNozzo knurrte leise. Diese Begrüßerei machte so einen Krach in
      seinen Ohren. Duckys Geschichte war ja noch amüsant gewesen. Dabei
      hatte man noch vor sich hin dummeln können. Aber Abbys Gekreische,
      wer da nicht wach wurde musste tot sein.

      Palmer
      war der Erste, der auf das Geräusch reagierte. „He Tony. Bist Du
      wach?“, klang es fröhlich von dem Autopsie-Gremlin.

      Als
      Antwort knurrte der Patient noch einmal und blinzelte.

      „Er
      ist wach,“ kreischte die Goth los und hüpfte vor dem Bett auf und
      ab. „Mein Tiger ist wieder unter den Lebenden.“

      Bevor
      sie weiter herumschreien konnte, legte Doktor Mallard seine Hand auf
      ihre Schulter. „Wie wäre es, wenn Du allen per Telefon Bescheid
      gibst?“

      „Au
      ja,“ und schon kramte sie ihr Telefon hervor.

      „Draußen
      bitte,“ sagte der Coroner bestimmt und bedeutete seinem
      Assistenten, mit der Laborantin das Zimmer zu verlassen.

      Jimmy
      verstand sofort. „Ich sag der Schwester Bescheid.“ Und schob Abby
      durch die Tür.

      Gibbs
      stand derweil neben Tonys Bett und beugte sich zu seinem SFA runter.
      „Hey, DiNozzo.“

      Der
      machte ein Auge etwas weiter auf. Er wollte etwas sagen, aber sein
      Mund war trocken. Die Zunge klebte irgendwie fest und schien auch
      taub zu sein.

      Der
      Teamchef erkannte das Dilemma und langte nach einem Glas Wasser. Er
      half seinem Freund ein paar Schlucke zu trinken. „Besser?“

      Tony
      nickte und lächelte schwach. Diese ganze Aktion hatte ihn enorm viel
      Kraft gekostet. Müde schloss er die Augen wieder.

      Aber
      mit Schlafen war erst einmal nichts, denn der Arzt kam mit zwei
      Schwestern rein. Während Ducky und Gibbs raus geschickt wurden,
      untersuchte Dr. Cunning gewissenhaft den Patienten.

      Erst
      nach einer halben Stunde tauchte der Arzt wieder auf dem Flur auf.
      Inzwischen war auch DiNozzo Senior, McGee und Deleila eingetroffen.

      „Wie
      geht es meinem Sohn?“, fragte Senior angespannt.

      „So
      weit so gut,“ fing der Mediziner an zu erzählen. „Seine Lunge
      hat sich bereits Gestern wieder entfaltet. Die Nähte halten und es
      gibt keine weiteren inneren Verletzungen. Diesbezüglich hat der
      Patient mehr Glück als Verstand. Die restlichen Verletzungen heilen
      in einem normalen Zeitrahmen. Die Medikamente können wir langsam
      absetzten. Sie werden wegen der Nebenwirkungen aber noch einige Zeit
      zu spüren sein. Von seinem Kopf werden wir noch ein weiteres CT
      machen. Seine Reaktionen sind aber in Ordnung. Er reagiert träge,
      was nach einem Koma normal ist. Ich bitte Sie darum, ihm Ruhe zu
      gönnen. Es sollte nur einer von Ihnen bei ihm sein. Ich würde
      sagen, dieser Patient ist hart im nehmen und dürfte daher auch alles
      weitere schaffen. Ob er aber wieder als Bundesagent arbeiten wird,
      steht nach wie vor in den Sternen.“ Dr. Cunning nickte ihnen kurz
      zu und verschwand.

      Still
      standen alle auf dem Flur und versuchten, das gehörte zu begreifen.

      „Mister
      DiNozzo,“ fragte Gibbs sich zu dem Mann umwendend. „Wollen Sie
      erst einmal bei Ihrem Sohn bleiben?“

      Der
      weißhaarige Mann nickte und ging auch schon in das Zimmer.

      Die
      Zurückgebliebenen sahen hinterher. Am liebsten wären sie alle
      hineingegangen, um sich davon zu überzeugen, das es ihrem Kameraden
      gut ging.

      „Er
      wird schlafen und sicher erst in ein paar Stunden wieder für wenige
      Augenblicke aufwachen,“ erklärte Ducky allen. „Sein Körper
      braucht Ruhe. Es ist schon mal ein gutes Zeichen, das er reagiert. Es
      schließt eine Menge von Gehirnverletzungen aus.“

      Leroy
      Jethro Gibbs seufzte. Am liebsten säße er jetzt an DiNozzos Bett.
      Aber er war nicht der Vater. Und der hatte eindeutig das größere
      Recht. Auch wenn das Verhältnis der Beiden zueinander nicht so gut
      war, in so einer Situation zählte nur noch die Liebe des Vaters zu
      seinem Kind. „Lassen wir ihm den Schlaf. Ich bin in zwei Stunden
      wieder hier. Wer kommt dann?“


      Kapitel 81

      Normalstation

      Freitag
      10:00 Uhr

      Das
      Krankenbett wurde von Speziell Agent Gibbs den Flur entlang
      begleitet.

      Anthony
      DiNozzo brauchte nicht länger auf der Intensivstation zu sein. Seine
      Genesung lief sehr gut. Eigentlich kein Wunder, da er die ganze Zeit
      schlief und so keinen Unsinn anstellen konnte. Sein Körper brauchte
      die Ruhe und bekam sie.

      Heute
      nun durfte er die Intensivstation verlassen und damit auch die
      nervigen Gerätschaften los werden.

      Die
      ganze Zeit über war immer jemand vom Team in seiner Nähe gewesen.
      Jetzt war es der Teamleiter.

      Die
      Krankenschwestern der Station übernahmen und versorgten ihren neuen
      Patienten.

      Die
      resolute Schwester Ruth machte Gibbs sofort klar, wie das auf ihrer
      Station lief: „Sie können Ihren Sohn zu den Besuchszeiten
      aufsuchen. Sonst nicht. Machen sie das auch allen anderen klar, die
      ihn besuchen wollen. Dieser Junge braucht Ruhe und die bekommt er.
      Legen Sie sich ja nicht mit mir an. Jetzt haben Sie 10 Minuten, dann
      sind Sie weg, oder es setzt was. Heute Nachmittag um 3 können Sie
      für ne Stunde wieder kommen. Und wehe Sie bringen Fremdessen,
      Zigaretten oder Alkohol mit. Das ist Gift und verzögert die
      Genesung. Ist das klar?“

      Der
      Seniorermittler betrachte den Panzer von Frau erst einmal von unten
      nach oben und versuchte dann mit respektvoller Stimme ein „Ja,
      M´am.“ von sich zu geben.

      Langsam
      nahm die Afroamerikanerin ihre Hände von ihren wulstigen Hüften und
      stellte sich ganz dicht vor den Silberhaarigen. „Das findest Du
      wohl amüsant, was?“

      Der
      NCIS Senioragent fixierte die herausfordernden Augen der
      Krankenschwester und beugte sich etwas zu ihr hinunter. „Ich bin
      nicht sein Vater. Sondern Bundesagent. Und der Patient wird von
      meinem Team bewacht. Rund um die Uhr. Stellen Sie sich mir ja nicht
      in den Weg. Das wäre sehr unangenehm für Sie und dieses
      Krankenhaus. Verstanden?“

      Der
      Mann verfolgte aufmerksam die Mimik, die von nachdenklich zu Erkennen
      über vermeidliches Verstehen in leichte Ängstlichkeit wechselte.
      „Ist er gefährlich?“

      „Im
      Moment nicht,“ beruhigte der Chefermittler in keinster Weise
      Aufklärend. „Der Junge ist ein schlimmer Finger. Passen Sie auf
      Ihre Mädels auf.“

      Mit
      zusammengekniffenen Augen schaute Ruth diesen schnuckeligen Kerl an
      und hatte das Gefühl, das der sie verschaukelte. „Haben Sie eine
      Marke?“

      Mit
      einer gleitenden Bewegung holte der Silberfuchs seinen Ausweis aus
      der Tasche und zeigte sie ihr. „Speziell Agent Leroy Jethro Gibbs.“

      Immer
      noch sagte die jahrelange Erfahrung mit den verschiedensten
      Angehörigen ihr, das dieser Fremde ein Spiel spielte. Aber wenn der
      Patient ein gefährlicher Verbrecher war, wäre es sicher gut, wenn
      ein Agent ihn bewachte. „Also gut,“ knurrte sie unzufrieden mit
      der Situation. „Aber stören Sie nicht den laufenden Betrieb. Sonst
      kann sich Ihr Vorgesetzter was von mir anhören.“

      Ohne
      eine Antwort abzuwarten, verschwand sie hinter der Schwesterntheke.

      Der
      Senioragent presste die Lippen zusammen. Es wäre sicher nicht gut,
      wenn er jetzt schallend Lachend auf dem Flur stand. Erst als er im
      Zimmer mit Tony alleine war, musste er lachen.

      „Du
      lachst hoffentlich nicht über mich,“ kam es vom Bett. DiNozzo war
      durch die Geräusche wieder aufgewacht.

      „Nein,“
      grinste Gibbs ihn an, während er einen Stuhl ans Bett brachte. „Die
      Oberschwester Ruth wird Dir gefallen.“

      „Ist
      sie hübsch knackig?“

      „Oh
      ja,“ lachte der Teamchef wieder. Ob er bei der ersten Begegnung der
      Beiden anwesend war? Zu gerne würde der Silberhaarige das Gesicht
      des Jüngeren sehen.

      Als
      ob sie seinen Wunsch erhört hätte, kam die besagte Frau schwungvoll
      ins Zimmer. „Ich bin Schwester Ruth,“ stellte sie sich bestimmend
      vor. „Hier gelten meine Regeln.“

      Entsetzt
      starrte der sonst so smarte Anthony diese Fleischlawine an.

      „Wenn
      Du Ärger machst, mein hübscher Junge, dann hast Du nicht nur mit
      den Bundesagents Probleme,“ drohte sie ihm mit dem Finger. „Also
      halt die Füße still und sei schön brav. Dann bist Du schnell
      gesund und wir Dich los.“

      DiNozzos
      entgeisterter Blick glitt zum Älteren, der die Hand vor dem Mund ihn
      beobachtete.

      Der
      Bastard amüsierte sich auf meine Kosten, dachte Tony. Und wieso
      Ärger von Bundesagenten?

      „Was
      hast Du ihr erzählt?“

      „Na
      die Wahrheit,“ meinte Gibbs mit unschuldigem Blick. „Das Du ein
      schlimmer Finger bist und sie ihre Mädels im Auge behalten sollte.
      Und das Du rund um die Uhr von Mitgliedern des NCIS bewacht wirst.“

      Mit
      zusammengekniffenen Augen fragte der SFA seinen Boß: „Rund um die
      Uhr. Ist das nicht etwas übertrieben? So schlimm war ich doch gar
      nicht.“

      „Mehrfache
      Befehlsverweigerung,“ fing der Teamchef nicht ernstgemeint an
      aufzuzählen, „Einbruch in Schreibtische und widerrechtliches
      Aneignen von Privateigentum der Kollegen, ...“

      „Kein
      Mord?“, fragte Ruth fasst schon enttäuscht dazwischen.

      „Ich
      erschieße Leute nur im Dienst,“ konnte sich DiNozzo nicht
      verkneifen, von sich zu geben.

      Bei
      Ruth fiel das Doppelkinn auf die viel zu nahe Brust und die Augen
      wurden so groß, das man nun die Farbe Haselnuss-Braun erkennen
      konnte. Mit einem alarmierten Blick zu dem Agent rief sie: „Wieso
      trägt der keine Handschellen?“

      Tony
      wurde das Spielchen zu bunt und zu anstrengend. „Boß? Klär das!“

      Der
      Chefermittler merkte sehr wohl, wie Müde sein junger Freund geworden
      war. So nickte er und wandte sich an die Oberschwester. „Speziell
      Agent Anthony DiNozzo ist bei der Überprüfung einer Lagerhalle so
      schwer verletzt worden. Da ich davon ausgehe, das es ein Anschlag auf
      sein Leben war, will ich nun weiteres verhindern. Entschuldigen Sie
      bitte die Falschinformation im Flur, Madam. Aber man weiß nie, wer
      zuhört. Ich bitte Sie daher eindringlich, die Informationen für
      sich zu behalten.“

      Ruth
      musterte den Silberhaarigen, der sie aus ehrlichen hellblauen Augen
      ansah. Sie brummte etwas unverständliches und wandte sich dem
      Patienten zu. Aber der war inzwischen eingeschlafen. Mit einem
      sanfteren Blick gab sie Gibbs die Anweisung, leise zu sein und
      verließ das Zimmer.

      Leroy
      dachte an Tonys Gesichtsausdruck und musste wieder amüsiert leise
      lachen. Das Entsetzen war riesig. Der Aufenthalt seines SFA hier
      würde mit Ruth sicher hochinteressant werden.

      Kapitel 82

      Epilog

      Dank Ruths
      „Fürsorge“ bekam DiNozzo genug Ruhe und erholte sich in den drei
      Wochen so gut, das er in eine Militärrehaklinik verlegt werden
      konnte.

      Auch dort sorgten
      die Schwester, Physiotherapeuten, Psychologen und Ärzte dafür, das
      der Agent sich in den folgenden zwei Monaten soweit erholte, das er
      keinen Rollstuhl mehr brauchte. Krücken taten es jetzt auch. Seine
      Beine waren zwar „nur“ gequetscht gewesen und nicht gebrochen,
      trotzdem hatte er noch Probleme, sie voll zu belasten.

      Allerdings durfte
      er nicht alleine bleiben und da musste eine Lösung her. Dr. Morro
      hatte deutlich gemacht, den Patienten lies er nicht aus der Klinik,
      wenn er alleine in sein Apartment zurückkehren sollte.

      Eigentlich wollte
      DiNozzo Sen. ja diesen Part übernehmen, aber er hatte kurzfristig
      abgesagt. Tony hatte es schon geschmerzt, versuchte aber seine
      Traurigkeit hinter einer „Ach-was-solls?“-Maske zu verstecken.
      Nur ergab sich aus der Absage auch das nun vorhandene Problem.

      Übertrieben
      missmutig sah der kranke SFA zu seinem Kollegen, der ihn abholen
      sollte, an. „Bei Dir bleiben geht ja nicht.“

      „Wieso nicht?“,
      fragte McGee irritiert zurück. Mit den Taschen seines Kollegens in
      der Hand begleitete er ihn durch den Flur zum Ausgang.

      Mit scheinbar
      überraschtem Augenaufschlag erwiderte der Angesprochene. „Na weil
      wir keine Freunde sind. Man nimmt nur Freunde mit nach Hause.“

      „So ein
      Quatsch,“ fuhr der Nerd ihn nichts böses ahnend an. „Natürlich
      sind wir Freunde.“

      Eigentlich hatte
      er ja gehofft, das dieses Thema nie wieder auf den Tisch kommen
      würde. Offensichtlich hatte er sich geirrt und sein Partner hatte es
      noch im Gedächtnis. Für ihn war dieses blöde Thema wohl noch nicht
      erledigt.

      „Schön,“
      grinste der Brünette über beide Ohren. „Dann unterschreibe und
      wir können gehen.“

      „Mo..moment,“
      ging dem jungen Mann diese Entwicklung doch zu schnell. „Wie kommst
      Du darauf, das ich Dich mit zu uns nehme?“

      „Du hast vorhin
      bestätigt, das Du mein Freund bist,“ erklärte der smarte
      Mitdreißiger völlig unschuldig. „Freunde helfen einander. Würde
      ich Dich in der Not bei mir schlafen lassen? Ja, ja und nochmals ja.
      Das tun Freunde für einander. Also bist Du mein Freund oder nicht?“

      „Ich
      bin Dein Freund,“ wandte sich McGee wie ein Aal. „Ganz davon
      abgesehen, ich muss das mit Deleila absprechen. Ich wohne schließlich
      nicht alleine. Wäre das so, wären wir schon unterwegs. So aber kann
      es sein, das es nicht geht. Verstehst Du?“

      „Ich
      verstehe,“ tat Tony gekränkt und fügte mit lauter weinerlicher
      Stimme hinzu. „Du magst mich nicht. Ich bin ja auch nur ein
      Krüppel.“

      Die
      anderen Patienten und deren Verwandten schauten sich schon nach den
      beiden Männern um. Zunehmend bekam Tim rote Bäckchen. War das
      peinlich. Konnte sich DiNozzo denn nicht normal benehmen? „Du bist
      doch kein Krüppel.“

      „Doch.
      Ich brauche Krücken,.“ Dabei wedelte er kurz mit beiden Krücken
      durch die Luft. „Ich weiß ja, das das unattraktiv ist. Aber das Du
      gleich deshalb Schluss mit mir machst. Das ist so unfair.“

      Perplex
      guckte der MIT-Absolvent seinen Kollegen an und begriff, der Kerl
      verarschte ihn hier vor all den Leuten. Na warte, dachte er und holte
      zum Gegenschlag aus. „Du hättest eben nichts mit Gibbs anfangen
      sollen. Immer zu heißt es nur Gibbs, Gibbs, Gibbs. Ich bin zwar ein
      Mann, aber ich habe auch Gefühle. Also hör auf zu Jammern.“

      Der
      Very Speziell Agent presste die Lippen kurz zusammen, bevor er ganz
      die Unschuld selbst ein „Hey, Boß!“ hören lies und dabei kurz
      an dem Computerspezialisten vorbeischaute.

      Dessen
      Gesicht nahm einen gequälten blassen Ausdruck an und er zog seinen
      Kopf zwischen die Schultern. Da kam bestimmt gleich eine Kopfnuss.

      „Du
      hast also Gefühle? Eifersucht etwa?“, flüsterte schon die Stimme
      des Teamchefs in seinem Ohr. Als der Mann von Mister D´s Absage
      gehört hatte, ahnte er schlimmes und war deshalb schnell ebenfalls
      zur Klinik gefahren. Die Worte seines SFA´s aber hatte sein Herz
      hüpfen lassen. Das war der unmögliche DiNozzo wie er ihn kannte.
      Und es machte Spaß bei dem Spiel mitzuspielen. „Hast Du gegen die
      Regel 12 verstoßen?“

      „N-Nein,“
      stieß der MIT Absolvent hervor und wäre am Liebsten im Boden
      versunken.

      „Gut,“
      kam es zurück und er bekam eine leichte Kopfnuss.

      Tony
      grinste ihn breit an. „Also Bambino? Rufst Du Deine Freundin an?“

      Aber
      der Silberfuchs hatte etwas anderes vor. „Du kommst mit mir. Du
      würdest unseren Elfenkönig nur ausnutzen. Dann wäre eure
      Freundschaft wirklich futsch.“

      „Meinst
      Du, Boß?“, fragte der Jüngere vorsichtig zurück, während er
      seinem Vorgesetzten zum Ausgang folgte.

      Der
      brummte nur zustimmend in seinen Kaffeebecher.

      „Bambino,“
      rief DiNozzo nach dem Nerd. „Wann heiratest Du?“

      Ganz
      automatisch kam die Gegenfrage. „Wieso willst Du das wissen?“

      Der
      Bundesagent grinste fröhlich. „Na ich muss doch meinen Urlaub
      entsprechend planen. Wäre doch schrecklich, wenn ich die
      Junggesellenparty nicht organisieren könnte.“

      Die
      Agents sahen sich an. Waren das doch die Worte, die für soviel
      Unruhe gesorgt hatten. Damals vor der Explosion. Damals, bevor sie in
      einem grausamen Überlebenskampf die Tiefe ihrer Freundschaft erkannt
      hatten.

      Tim
      legte Tony eine Hand auf die Schulter. „Du bist der Erste, der es
      erfährt, wenn der Termin steht.“

      Gibbs
      warf rundum zufrieden den leeren Pappbecher weg.

      Alles
      war wieder gut.

      Ende
      Live Long and prosper
      Ute
      :thumbup:

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