Mit Freunden oder alleine sterben? Thread 3 abgeschlossen Kap 13 - 27

      Mit Freunden oder alleine sterben? Thread 3 abgeschlossen Kap 13 - 27

      Mit Freunden oder alleine sterben?


      Autorin: ziva-ute

      Fortsetzung zu Thread 1 und 2


      Kapitel 13

      Auf dem Weg

      7:59 Stunden vor Stunde 0

      McGee hatte nach dem Telefonat in seiner Jacke gewühlt und eine Taschenlampe gefunden. In all der Aufregung hatte er gar nicht mehr an diesen Ausrüstungsgegenstand gedacht.

      Sei allseits bereit, hallte die Stimme des Bosses in seinem Kopf nach.

      Nun leuchtete er mit dem Strahl in die Richtung, aus der er vorher die Musik von Tonys Handy gehört hatte. Für Gibbs hatte Tony den Klingelton von High Noon mit seinem großen Idol Gary Cooper. Nach dem McGee Ahnungslos war, wer Gary Cooper war, hatte Tony ihn mehr oder weniger gezwungen, sich diesen Klassiker anzusehen.

      Die 5-6 Meter würden schwer zu überwinden sein. Aber je eher er anfing, desto schneller wusste Tim, was mit Tony los war.

      Nur bewusstlos? Oder Tod? Oder gelähmt? Oder..?

      Hör auf damit, schimpfte McGee mit sich selbst, während die schrecklichsten Bilder vor seinem Auge vorbeizogen.

      Langsam begann er voran zu kriechen. Die verletzte Hand fest an seine Brust gepresst, und versuchend sein verrenktes Knie so wenig wie möglich zu belasten. Trotzdem war es Schmerzhaft und trieb ihm die Tränen in die Augen.

      Aber er wollte nicht aufgeben.

      Sein Kollege brauchte ihn jetzt.

      Er musste zu ihm.

      Immer wieder überprüfte er mit der Lampe den Weg. Trotzdem stieß er häufig irgendwo an.

      Bretter und groben Schutt musste er vorsichtig mit einer Hand aus dem Weg räumen. Schon nach kurzer Zeithatte er sich geschnitten.

      Fluchend riss er aus seinem Hemd ein Stückchen Stoff und wickelte es so gut es ging über die Verletzung. Der Verband war auch ein Schutz für den weiteren Weg.

      Schnell waren 10 Minuten um und sein Handy klingelte. „Boß, den ersten Meter habe ich geschafft.“

      „Gut. Die Feuerwehr ist da und sondiert nun alles, um den bestmöglichen Weg zu Euch zu finden.“

      „Okay,“ erwiderte der MIT Absolvent müde. „Dann geht es nun weiter.“

      Schon legte er auf, verstaute das gute Stück Technik sorgsam, das ihn mit der Außenwelt verband und räumte das nächste Hindernis weg.

      Auch der zweite Meter ließ sich schnell zurücklegen.

      Aber dann wurde es schwieriger.

      Die Reste zweier Eisenstreben hatten sich in die Grube gebohrt. Holzbalken lagen quer über ihm. Teilweisewaren sie gesplittert und diese Zacken ragten in die Tiefe.

      Einigen Schutt konnte Tim zur Seite schaffen. Aber auf der linken Seite rutschte immer wieder etwas nach, so das der Agent dort nicht weiter grub. Es war sinnlos.

      In der Mitte war der Durchlass so eng, das eine Katze es geschafft hätte. Aber ein McGee hatte keine Chance dazu.

      Also blieb nur die rechte Seite.

      Ein widerspenstiges Brett ließ sich mit einer Hand einfach nicht herausziehen.

      McGee wurde wütend, hinderte ihn dieses Stück Holz doch zu Tony zu kommen. Er rief nach seinem Freund. „Ttttooooonnnnnyyyy!“ Erhielt aber keine Antwort.

      Seine Frustration wurde so groß, das er anfing, mit dem Fuß immer wieder gegen das Brett zu treten bis es zersplitterte.

      So in seinem Wahn gefangen, überhörte er den Klingelton des Handys. Erst nach ein paar mühsamen Atemzügen in der staubgetränkten Luft, registrierte sein Gehirn die Melodie.

      Sofort meldete er sich schwer atment. „Alles okay.“

      Wütend antwortete die Stimme des Chefermittlers sehr laut. „Okay? Seit gut 5 Minuten hast Du nicht abgenommen. Was ist los? Verdammt.“

      „Der Weg war versperrt,“ antwortete McGee mit matter Stimme. „Ein Brett war im Weg. Ich wurde wütend und habe es zertreten. Ich muss doch zu Tony.“

      Kurz war es still. Dann sagte Gibbs unnatürlich ruhig, ja fast schon sanft. „Es ist gut, Tim. Du machst das gut. Aber Du musst auf Dich aufpassen. Wenn Du von herabfallenden Trümmern erschlagen wirst, nützt Du Tony nichts. Denke daran. Schön langsam und vorsichtig.“

      „Alles klar,“ erleichtert über den Zuspruch sprach der Nerd weiter. „Ich werde jetzt versuchen, durch das Loch zu kommen. Dann dürfte ich fast bei Tony sein.“

      „Wenn Du ihn hast, ruf an. Ansonsten gilt weiterhin 10 Minuten Rhythmus.“ Kam es kurz zurück, dann folgte das Knacken einer unterbrochenen Leitung.

      Obwohl es Gibbs nicht mehr hören konnte, nickte Tim kurz: „Das mache ich!“

      Entschlossen fingerte er die Trümmer des Brettes aus dem Durchlass bis es groß genug für ihn war. Dann schob er seinen Kopf voran hindurch und entdeckte dahinter einen Hohlraum, der ihn gut aufnehmen konnte.

      Er fühlte sich wie ein Schlangenmensch als er weiterkroch.

      Seine Hüfte stieß gegen ein Rohr und Tim blieb stecken. Schweiß perlte auf seiner Stirn. „Verdammt!“

      Er steckte fest. Mehrere Versuche, doch noch durch zu kommen ohne grobe Gewalt anzuwenden, bei der nur Trümmer auf ihn gefallen wären, fruchteten nicht.

      Das durfte jetzt doch nicht wahr sein, dachte er.

      Verzweiflung durchflutetet ihn und Müdigkeit.

      Erschöpft schloss McGee die Augen. Nur ein paar Sekunden ausruhen. Dann würde er wieder genug Kraft haben. Er musste doch seinem Freund helfen.

      Seinem Freund.

      Dem er heute keine klare Antwort auf seine Frage gegeben hatte.

      Dem er angedeutet hatte, das er ja nicht seine Junggesellenparty planen sollte, wenn es mal soweit ist.

      Jetzt schämte er sich für seine Worte.

      Würde er noch mal die Chance erhalten, Tony zu sagen, das er ein Freund war?

      Die Fanfare von St Louis Blues March von Glenn Miller erklang und Tim schreckte hoch. Er war doch tatsächlich kurz eingenickt. „Mc.. McGee,“ stieß er hervor.

      „Alles klar?“, fragte Gibbs sofort besorgt. An dem Gestotter hatte der Chefermittler sofort gemerkt, das etwas nicht in Ordnung war. Hatte Tim sich wieder verletzt?

      Beschämt gestand der Agent sein Missgeschick. „Ich... ich bin.. eingenickt, Boß.“

      „Schon okay,“ beruhigte der Agent seinen Mitarbeiter, erkannte er doch sofort das Problem. McGee glaubte, DiNozzo im Stich gelassen zu haben, weil er eingenickt war. „Das ist in Ordnung. Du bist erschöpft. Das ist normal. Das Adrenalin verlässt Deinen Körper. Da kann das schon passieren.“

      Aber der Eingeschlossene schüttelte den Kopf. „Ich darf nicht schlafen. Nicht bevor ich Tony gefunden und wir in Sicherheit sind.“

      „Eines nach dem anderen, mein Junge,“ versuchte es Gibbs noch einmal. „Mute Dir nicht zu viel zu. Du hilfst weder Dir noch Tony, wenn Du Dich überforderst. Tu das, was Du am besten kannst, Tim. Analysiere bevor Du Deinen nächsten Schritt tust und lass Dir Zeit. Hörst Du?“

      Vorsichtig ein- und ausatmend bestätigte McGee, das er verstanden hatte. Die Verbindung war wieder unterbrochen und Tim fing an, seine eingeklemmte Situation zu analysieren.


      Kapitel 14

      Befragung Morgen

      58:09 Stunden vor Stunde 0

      Während sie langsam in die Halle gingen, um den nächsten Kameraden dort zu interviewen, konnte sich Tony mit einer Frage, die ihn schon eine Weile beschäftigte, nicht zurückhalten. „Wieso bin ich nicht Dein Freund, McFreudlos?“

      „Was soll das denn jetzt?“ Verständnislos und genervt kamen diese Worte über Tims Lippen.

      Aber DiNozzo machte sich schon die ganze Zeit Gedanken zu diesem Thema. „Du hast es heute Morgen gesagt. Dabei dachte ich immer, wir wären die besten Freunde. Eine offensichtliche Fehleinschätzung von mir. Deshalb hätte ich gerne gewusst, was ich falsch gemacht habe.“

      „Abgesehen von Superkleber auf der Tastatur, Durchforstung meiner persönlichen Sachen und der Spitznamen?“, zählte McGee auf, der jetzt leicht wütend wurde. All die angestauten Gefühle versuchten an die Oberfläche zu gelangen. Sie waren nicht allein durch Tonys Verhalten entstanden. Viele wuchsen in der Kindheit, der Schule, im Studium. Wann hörte dieses Mobbing auf? Sein nerviger Kollege war zur Zeit nur an der Spitze. Das war Tim sehr wohl bewusst. Aber jetzt war er nicht mehr der schüchterne Junge. Er war bereit sich zu wehren. Wenn das Ärger mit seinem Kollegen bedeutete, dann war das eben so. „Deine Nörgeleien? Deine beleidigenden Worte? Deine unangebrachten Streiche? Das Du alles schlecht machst, was ich tue?“

      Kurz herrschte Stille und sie schauten sich nur abschätzend an, dabei waren sie stehengeblieben. Aber Tony wäre kein DiNozzo, würde ihm nichts mehr einfallen. „Ja. Außer diesen unbedeutenden Kleinigkeiten. Was stört Dich an mir?“

      Spezial Agent Timothy McGee brachte diese Frage aus dem Konzept. Tony hatte es geschafft. Er wusste mal wieder nicht, wie er reagieren sollte.

      Mit Wut, weil Tony seine Aufzählung für unbedeutende Kleinigkeiten hielt? Für Tim waren es überhaupt keine Kleinigkeiten. Er empfand es als Respektlos ihm gegenüber.

      Mit Nachsicht? Schließlich konnte man DiNozzo nicht als Erwachsenen bezeichnen.

      Mit Fassungslosigkeit? Es war ja schon dreist, nach der Aufzählung einfach darüber hinweg zugehen.

      Mit Freude? Weil Tony ihn anscheinend für seinen Freund hielt. Und Tony sagte das nun wirklich nur bei sehr wenigen Personen.

      Da McGee mit der Entscheidung im Moment überfordert war, ignorierte er die Frage und wandte sich an vier Männer, die noch ca. acht Meter bei einem Jeep standen. „Wer von Ihnen ist P.O. First Class Andrew Morgen?“

      Der P.O. trat vor und die Agents hielten ihm ihre Ausweise unter die Nase. „Ich bin Speziell Agent Anthony DiNozzo und das ist Speziell Agent Timothy McGee. Kommen Sie bitte mit. Wir haben ein paar Fragen.“

      Andrew Morgen war ein typischer Kantholz. Fast zwei Meter Groß, sehr breite Schultern, Haare auf 1mm rasiert, braune Augen. Die olivfarbene Uniform stand ihm gut. Seine muskulösen Arme hatte er vor der breiten Brust verschränkt und beobachtete die Agents vor ihm misstrauisch.

      „Wo waren Sie heute Nacht?“, fragte McGee mit neutralem Tonfall. Er mußte zu dem Mann hochschauen.

      „In meiner Koje,“ war die knappe Antwort mit tiefer Stimme.

      „Zeugen?“, harkte Tony sofort nach.

      „Wir sind zu Acht in der Bude,“ kam es trocken zurück.

      „Das habe ich nicht gefragt,“ belehrte DiNozzo scharf und machte sich dabei groß und stellte sich direkt vor den Soldaten. Leider war er aber immer noch gute 20 cm zu klein.

      Ein Grunzen war zu hören und gönnerhaft schaute er den kleineren Agent ins Gesicht. „Einer der Anderen wird schon was bezeugen können.“

      „Namen?“ McGee schrieb sich alles auf. „Wir werden das überprüfen.“

      Den Soldaten störte die Ansage nicht weiter.

      „Was können Sie uns zu P.O. Ronald Harway sagen?“, fragte Tony mit leicht zusammen gekniffenen Augen immer noch direkt vor dem Mann stehend.

      „Ein Mistkerl,“ bekam er grollend zu hören. Anscheinend war Morgen noch wütend auf den Kameraden.

      „Das Wort hat viele Interpretationen. Können Sie daher etwas präziser sein?“, fragte DiNozzo leicht gereizt zurück. Dabei ging er mit den Händen auf den Rücken dicht um den Kerl herum.

      Der Blick, der den Agent traf, hätte Eisen geschmolzen. Aber durch die gibbsche Schulung konnte so ein Anstarren die Agents nur müde lächeln lassen. Deshalb ließ sich der Soldat herab zu antworten: „Er hat uns verpfiffen. Obwohl wir Kameraden sind. So etwas macht man nicht. Lässt er sich bei mir noch mal blicken, kann er sich gleich ein Krankenhausbett reservieren lassen.“

      Die Ermittler sahen sich kurz an. Da war eine Menge Wut vorhanden.

      „Er ist leider von uns gegangen,“ konnte sich Tony nicht verkneifen salbungsvoll von sich zu geben.

      „Sein Glück.“

      „Mein Kollege meinte, das Harway tot ist,“ versuchte Tim klar zu stellen, da der Soldat die Aussage offensichtlich falsch verstanden hatte.

      „Auch gut,“ kam es gleichgültig zurück.

      „Nur wegen Zigaretten?“ DiNozzo konnte die Reaktion des Großen nur als sehr hart bezeichnen. Deshalb wollte er es genau wissen.

      Irritiert fragte der Mechaniker: „Welche Zigaretten?“

      „Weshalb hat er sie verpfiffen?“ McGee war einen Tick schneller mit seiner Frage als sein Kollege, der den Mund bereits geöffnet hatte und nun mit bösem Seitenblick zu Tim wieder schloss.

      Von Einem zum Anderen schauend, beantwortete der Riese zögerlich die Frage. „Wir hatten unerlaubt das Gelände verlassen.“

      „Warum?“ Diese Frage stellten beide Agents gleichzeitig.

      Wieder ein kurzes zögern beim P.O.: „Frauen!“

      „Die Tochter des Colonels?“, kam es lauernd von Tony.

      „Nein,“ schüttelte der Mann den Kopf. „Das war Harways Freundin. Nein, da gab es ein paar süße Häschen im Tropicana.“

      „Weiß Mendoza, das die Colonels Tochter die Freundin von Harway ist?“ Wäre ja ein Motiv dachte sich McGee.

      „Nein. Um den Zusammenhang zu erkennen ist Mendoza nicht schlau genug,“ grinste Morgen gehässig.

      „Wer hatte sonst noch Groll auf Harway?“

      Kurz überlegte der grobschlächtige Soldat mit gerunzelter Stirn. „Er wollte sich bei der Obrigkeit beliebt machen. Deshalb hat er noch mehr Leute angeschwärzt. Alles in den letzten drei Wochen. Der Diensthabende dürfte alles schriftlich haben. Aber es war alles so harmlos, das es keinen Mord wehrt wäre.“

      Nun versuchte Tim den Mann zu verunsichern. „Aber Sie haben zugesehen wie er erschlagen wurde.“

      „Er hat noch gelebt, als wir gegangen sind,“ protestierte der P.O. etwas lahm. Es schien ihn nicht wirklich zu interessieren. Keine Spur von Betroffenheit.

      „Innere Blutungen,“ gab Tony von sich und beobachte jede Regung.

      „Hätte zum Arzt gehen sollen,“ brummte der Soldat lediglich desinteressiert.

      McGee beendete das Gespräch, da sie hier nicht weiterkommen würden. „Halten Sie sich zur Verfügung, falls wir noch weitere Fragen haben.“

      Als sich der Hüne entfernt hatte, schüttelte Tony den Kopf. „Was für ein Früchtchen.“

      „Ja. Den als Kameraden und Du brauchst keine Feinde mehr,“ nickte McGee dazu.

      „Gut, das wir keine Freunde sind, McFreundlos,“ meinte Tony ernst und ging wieder in die Halle, um den letzten der drei Verdächtigen zu holen.

      Tim warf genervt die Arme hoch und legte den Kopf kurz in den Nacken. „Gott!“ Solche Kommentare würde er sich jetzt vermutlich die ganze Woche anhören können.


      Kapitel 15

      Odyssee 2001

      6:34 Stunden vor Stunde 0


      Ich schwebe. Schwärze um mich herum. Nein, es gab auch das Licht der Sterne weit entfernt.

      Nur mein Atmen kann ich hören.

      Irgendwie unheimlich. Interessant.

      Neugierig schaue ich mich um.

      Ich stecke in einen Raumanzug und schwebe vor einem Knochen ähnlichen Gebilde im Raum. Erstaunlich weit weg, denn ich kann die gesamte Konstruktion sehen. Den langen Stab und die Kugeln am jeweiligen Ende.

      Discovery mit HAL9000, dem Supercomputer an Bord.

      Aber etwas stört mich.

      Denk nach. Was stimmt nicht?

      Ah ja. Sie dreht sich nicht.

      Normalerweise müsste sie sich um die Mitte der Stange drehen um Schwerkraft in den Kugeln zu erzeugen. Aber das Gebilde liegt völlig still.

      In 2001: Odyssee im Weltraum, einem Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1968, ist David Bowman in den Weltraum gegangen, um den Monolithen zu untersuchen.

      Ein toller Film von Stanley Kubrick in Zusammenarbeit mit Arthur C. Clarke. Und ein Meilenstein bei diesem Genre Film. Für damalige Verhältnisse genial und vor allen Dingen, waren die Möglichkeiten sich im All zu bewegen realistisch dargestellt.

      Ich meine, alle Science-Fiction-Filme der heutigen Zeit setzen einfach voraus, das es an Bord Schwerkraft gibt. In diesem Film aber hat man sich an die Realität gehalten. Wenn man saß, musste man sich anschnallen. Und die Stewardessen hatte Schuhe mit Klettbänder an. Damit liefen sie auf einem Teppich im Gang, an dem sie so haften blieben. Schwerkraft wurde durch Rotation erzeugt. Super Idee, wenn es auch lustig aussah.

      Nun, da ich anscheinend auf den Spuren von Bowman wandere, schaue ich doch mal, ob ich den Monolithen finde. Dieses schwarze Ding, das offensichtlich von Außerirdischen stammte und mit der Schöpfung zu tun hatte. Sehr mystisch.

      Hui, das ist ja besser als Achterbahn fahren.

      Gar nicht so einfach, diese Flugeinheit zu bedienen. Naja, Astronauten lernen Monatelang, so eine Antriebseinheit für Weltraumausflüge zu bedienen. Gut, das ich in Florida das Spacecamp besuchen durfte. Dad hat es arrangiert. Er meinte, es würde mir gut tun mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. Ehrlich gesagt habe ich einige Zeit mit Kotzen verbracht. Es ist gar nicht so leicht in diesen Simulatoren die Orientierung zu behalten. Mein Magen hat es jedenfalls öfter nicht geschafft.

      Jetzt hilft mir diese Erinnerung aber zurecht zu kommen.

      Und mein Magen scheint dieses Mal auch keine Probleme zu haben.

      Dad werde ich das aber sicher nicht erzählen.

      So, ich glaube nun habe ich es raus. Einmal drehen und da ist er schon.

      Was für ein riesiges Teil.

      Ich gebe Schub und fliege dem Monolithen entgegen.

      Er ist total Schwarz und scheint alles andere an Farbe, an Sternenlicht, zu verschlucken.

      Faszinierend. Ich schaue in dieses Loch, das eigentlich kein Loch ist, und fühle eine Leichtigkeit in meinen Kopf steigen. Alles andere wird unwichtig. Frauen. Der Job. Der Ärger mit Tim.

      Ich fliege immer weiter und inzwischen ist nichts anderes als dieses Schwarz zu sehen.

      Es füllt alles aus.

      Lässt alles vergessen.

      Alles, was war, was ist und was sein wird. Es ist unwichtig. Verschwindet wie ein Raumschiff, welches in die Unendlichkeit des Alls fliegt.

      Wie wunderschön friedlich.

      Aber dann stört eine Stimme, die mich ruft, diese friedvolle Einheit. Je näher ich dem Ding komme, um so mehr Stimmen rufen nach mir.

      Kate. Mutter. Paula. Jenny. Abby.

      Erstaunlich. Habe ich keine Männer als Freunde, für die ich wichtig bin?

      Oh Gibbs. Ducky. Palmer.

      Ich kann nicht sagen, was sie genau rufen. Aber mein Herz schlägt schneller und sagt mir, das sie nicht wollten, das ich weiter fliege.

      Nur warum? Es ist doch so schön friedlich dort.

      Dieser Monolith war gefährlich, schienen sie mir vermitteln zu wollen.

      Mein Flug wurde langsamer, denn meine Finger gaben Gegenschub.

      Wollte ich das?

      Dann ein Schrei und danach die verzweifelten, fast panischen Worte von McGee. „Tony, verdammt, verlass mich nicht. Ich brauche Dich doch. Hörst Du?“

      Mein Bambino sagte auch noch mehr, aber das verstand ich wegen seiner Schluchze nicht mehr. Er weint. Mein McGeek weint.

      Langsam drehe ich mich in der Schwerelosigkeit um. Weg von diesem faszinierenden Objekt, das mich so magisch anzieht, mich aufsaugt. Es war schon körperlich schmerzhaft sich wegzudrehen.

      Ich bekomme die Erde zu sehen, die erstaunlich nahe ist, wenn man bedachte, das ich mich in der Umlaufbahn des Jupiter befinde. Ich konnte die blaue Kugel deutlich sehen. Sie schien zu leuchten und versprach soviel Leben. Geborgenheit. Luft. Freunde. Familie.

      Still und wunderschön lag sie da. Eine Träne löste sich aus meinem Auge. Eine so starke Liebe und das Gefühl der Zugehörigkeit hatte ich noch nie empfunden. So majestätisch und edel war mir die Erde noch nie erschienen. Ein Juwel im unendlichen Nichts des Alls.

      Und ich gehörte auf diesen Planeten. Ich wurde dort gebraucht.

      Soll dieser Monolith mir doch den Buckel runterrutschen.

      Schon gab ich Schub auf die Düsen und flog der Erde entgegen. Weg von diesem alles verschlingenden Ding.

      „Ich komme,“ rief ich dabei entschlossen der Erde entgegen. Mein Bambino brauchte mich.


      Kapitel 16

      Weiter graben und kriechen

      6:08 Stunden vor Stunde 0

      Nachdem Gibbs seinen Schützling wieder aufgebaut hatte, fand dieser rasch eine Lösung für sein Problem. So setzte McGee seinen Weg zu seinem Kameraden fort und ließ sich von seinem analytischen Verstand leiten. Das klappe sehr gut.

      Die Anrufe seines Boßes nahm er immer sofort entgegen.

      So verging die Zeit mit Graben und Kriechen.

      Zentimeter für Zentimeter.

      Es war eine Quälerei.

      Eine Tortur.

      Aber es lenkte ab von der Angst, hier zu Sterben.

      Als Tim an einigen Streben vorbei war, konnte er sich neu orientieren. Kurz schreckte der junge Agent bei dem Geräusch des Telefons zusammen, schon wieder 10 Minuten um, da er glaubte etwas vor sich gesehen zu haben. „Gibbs, ich glaube, ich kann einen Schuh von Tony sehen. Er ist ca. 1,50 m entfernt.“

      „Gut. Ein Lebenszeichen?“, fragte die jetzt belegte Stimme des Chefermittlers zurück.

      Kurz schluckte Tim den Kloß runter, der sich bei der Frage gebildet hatte. „Noch nicht. Ich grabe weiter.“ Und schon beendete Tim das Gespräch und suchte mit der Taschenlampe einen Weg nach vorne.

      Direkt konnte er nicht weiter zu DiNozzo vordringen. Es schien, als läge Tony direkt rechts an der Wand. Der Fuß zeigte dabei schräg nach oben. Das hieß, der Kopf war wahrscheinlich weiter unten.

      Links war der Schutt lockerer. Somit grub er dort und schaffte den Dreck hinter sich. Das er sich damit selbst den Weg zurück verbaute, interessierte den Nerd schon lange nicht mehr.

      Sein Ziel war klar: So Nahe wie möglich zu seinem Kollegen und Freund vorzudringen. Nur das zählte im Moment.

      Wieder konnte er ein Stück voran kommen und das Glück schien jetzt mit ihm zu sein. Er zwängte sich an einem Balken vorbei und hatte 2 Meter freien Raum vor sich. Allerdings nur 50-80cm breit. DiNozzo musste seitlich an der Wand liegen. Er würde also direkt neben ihn kommen können.

      Mitten im Gang ragte ein Stück von einem Stahlträgergerüst in die Grube hinein. Es musste direkt von der Decke gekommen sein.

      Wenn Tonys Kopf darunter lag...

      Nicht daran denken, ermahnte sich Tim und beugte sich durch die Streben um einen Blick zu riskieren. Eine Hand tauchte vor ihm auf und erschreckte den MIT Absolventen heftig.

      Sie ragte neben einem Brett aus dem Sand, der hier überall zu sein schien und auch noch rieselte, wie er hören konnte.

      Nach einem vorsichtigen Atemzug fasste Tim nach der Hand.

      Sie fühlte sich warm an.

      Wobei eine Leiche nicht in so kurzer Zeit dermaßen ausgekühlt wäre, das man den Temperaturunterschied bemerkte. Aber rationales Denken war in dieser Situation nicht einfach, wenn nicht sogar unmöglich.

      Auf jeden Fall fühlte sich Tim erleichtert und tastete nach dem Handgelenk. Nicht sofort konnte er einen Puls ausmachen. Und das letzte, was McGee in diesem Moment gebrauchen konnte, war Gibbs 10 Minuten Anruf.

      Aber bevor Tim den Anruf entgegen nahm, wollte er Gewissheit und fühlte weiter. Aber der Puls wollte nicht erscheinen. Die Situation überforderte den MIT Mann derart, das er Anfing nach Tony zu schreien.

      „Tony, verdammt, verlass mich nicht. Ich brauche Dich doch. Hörst Du?“

      Tränen begannen zu laufen und er wurde von Panik erfüllt als plötzlich die Hand sich um sein Gelenk schloss.

      Einen spitzen Schrei ausstoßend wollte Tim sich reflexartig befreien, aber die Finger schienen wie ein Schraubstock zu sein. War das jetzt die Leichenstarre?

      Und dann hörte er Tonys schwache Stimme sagen: „Geh endlich … an dieses verdammte … Handy, McPanik.“


      Kapitel 17

      Befragung Paltrow

      57:33 Stunden vor Stunde 0

      Der dritte Soldat stand nun vor ihnen.

      „Das ist Agent McGee,“ stellte DiNozzo gerade kühl seinen Kollegen vor. Er selbst hatte seine Marke bereits in der Halle gezeigt. „Petty Officer Jason Paltrow. Sie haben eine umfangreiche Jugendstrafakte.“

      In der Akte waren Einträge mit Diebstahl, häuslicher Gewalt und Wanderlismus.

      „Die Zeiten sind vorbei,“ gab der 22jährige Blonde freundlich lächelnd an. „Der Richter gab mir damals die Chance zum Corps zu gehen. Es hat mir gut getan.“

      „Aber dennoch verprügeln Sie Kameraden,“ fing McGee mit dem Verhör an.

      Der untersetze Mann verzog leicht das von Pocken vernarbte Gesicht. „Kameraden sollten zusammen halten. Es gehört sich nicht, seine Kollegen zu verpfeifen. Außerdem habe ich nicht zugeschlagen.“

      „Weshalb hat er Sie verpfiffen?“, fragte Tony leichthin nach.

      „Es war mehr solidarisch,“ kam es mit einer entschuldigenden Geste zurück. „Mendoza wurde wegen Zigarettenschmuggel belangt und Morgen, weil er unerlaubt das Gelände verlassen hat. Aber es gab noch mehr Verstöße von anderen Kameraden, mit deren Angabe bei den Vorgesetzten sich Harway unbeliebt gemacht hat.“

      McGee nickte verstehend. „Also hat man Sie Drei ausgewählt, Harway zu zeigen, wo der Hammer hängt.“

      Der Soldat nickte. „Darf ich fragen, was eigentlich passiert ist, das der NCIS ermittelt?“

      „Jemanden so zu verprügeln, das er daran stirbt, ist schon Ermittlungen wert,“ meinte Tony in einem lockeren und desinteressierten Ton. Der Agent schien die Geschehnisse in der Halle mehr zu interessieren.

      Da drinnen unterhielten sich Morgen und Mendoza miteinander. Ein weiterer Mann mit einem höheren Rang mischte sich ein und scheute die Beiden zurück an die Arbeit.

      Geschockt sah der P.O. die Agents an. „Harway ist tot?“

      Ein Nicken musste als Antwort genügen.

      „Oh mein Gott,“ mit aufgerissenen Augen sah Paltrow vor sich hin. „Wer erzählt es Cherryl?“

      „Die Tochter des Colonels?“, vergewisserte sich DiNozzo.

      „Ja,“ traurig kam dieses Wort über schmale Lippen. „Harway wollte mit ihr ein neues Leben anfangen. Sie sollte seine Frau werden. Der Colonel hätte allerdings was dagegen gehabt, hätte er es gewusst.“

      Die Lippen schürzend überlegte Tony. „Deshalb das Anschwärzen. Der Junge sammelte Punkte.“

      „So sahen wir das auch,“ nickte Paltrow. „Aber wir wollten ihm nur klar machen, das er nicht auf unsere Kosten dieses Ziel erreichen kann. Deshalb die Abreibung. Aber als wir gingen, war er bis auf die blauen Flecke in Ordnung. Ich verstehe nicht, wie er daran sterben konnte.“

      Die Agents mussten es dem Soldaten eingestehen, das er wirklich betroffen war. Der Tod seines Kameraden erschütterte ihn und auch das sie daran Schuld waren. Ganz im Gegenteil zu den beiden Anderen.

      Ein Blick zwischen Tony und Tim genügte, und sie hatten vereinbart, dem P.O. nicht den wahren Todesgrund zu nennen. Vielleicht würde das unter den Kameraden für Unruhe sorgen.

      „Okay,“ meinte McGee dann auch langsam. „Halten Sie sich zur Verfügung, falls wir noch Fragen haben sollten.“

      „Natürlich.“ Immer noch weiß im Gesicht, trollte sich Paltrow wieder zu seinen Kameraden in der Halle zurück.

      „Würdest Du mich auch verprügeln wollen?“, fragte Tony seinen Kollegen unverblümt.

      „Nein,“ antwortete McGee sofort und hoffte, damit dieses Thema beendet zu haben. „Ruf Gibbs an und berichte ihm.“

      „Warum ich?“, maulte DiNozzo sofort und verzog das Gesicht zu einer unwilligen Grimasse.

      Nun grinste Tim ihn fröhlich an. „Weil Du der Senior Field Agent bist.“


      Kapitel 18

      Er lebt!

      6:08 Stunden vor Stunde 0

      Ungeduldig lief der Chefermittler vor der improvisierten Kommandozentrale der Feuerwehr auf und ab.

      Inzwischen waren Ducky und Abby angekommen.

      Der Direktor war informiert und hatte MacWyser geschickt um den Fall zu übernehmen. Gibbs hatte den Agent eingewiesen und dann Dorneget mit gehen lassen, um alle Akten und Daten an das neue Team zu übergeben. Schließlich galt es diese Schweine, die sie in diese Falle gelockt hatten, schnell zu erwischen.

      Gibbs hatte keine Zweifel, das MacWyser es schaffen würde. Er war gut und sein Team mittlerweile auch.

      In den letzten drei Stunden hatte sich einiges getan. Kräne waren bereits hier und wurden in Position gebracht.

      Da sie hier in einem Gewerbegebiet waren, gab es gleich um die Ecke eine Firma, die Bergungsgeräte und Kräne verlieh. Als die Feuerwehr den Besitzer fragte, ob er helfen würde, hatte der unsympathische Kerl gleich nach der Bezahlung gefragt. Für die Feuerwehrmänner war das ein No Go. Aber Gibbs hatte es mitbekommen und kurzer Hand dem Mann gesagt, er solle die Rechnung an den NCIS senden. Allerdings solle er auf den Preis achten. Trotz das der Bastard ein riesiges Geschäft witterte, hatte er die versteckte Warnung des Silberhaarigen verstanden. Danach konnten die Feuerwehrmänner sich nehmen was sie brauchten.

      So waren auch schon ein paar Bagger dabei, vorsichtig die Trümmer wegzuräumen und einen Gang zu der Mechanikergrube zu schaffen. Alles geschah sehr vorsichtig, da man die verschütteten Agents nicht noch mehr in Bedrängnis bringen wollte.

      Zugleich wurde mit Schaum versucht, die Flammen zu löschen. Aber das Feuer war sehr tief in den Trümmern verankert. Da kam der Schaum nicht hin. Somit flackerte es immer wieder auf und fraß sich weiter durch den Schutt.

      Abby hatte sich auf einen kleinen Mauerrest gesetzt und starrte stumm in die Richtung, in der sie Tim und Tony vermutete.

      Als die Forensikerin herkam, war sie einem Zusammenbruch nahe, als sie den Trümmerberg sah. Da sollte ihr Nerd und ihr Tiger drunter sein? Die schrecklichsten Bilder erschienen vor ihren inneren Augen und machten sie ganz hysterisch.

      Gibbs wusste sich nicht anders zu helfen und gab ihr eine Kopfnuss. Als sie ihn überrascht ansah, sagte er ihr: „Tim geht es gut. Ich habe mit ihm telefoniert. Er wird Tony suchen. Alles wird gut!“

      Dann nahm er die junge Goth in die Arme und sie weinte erst einmal etwas vor Erleichterung.

      Als der Silberfuchs dann seinen Kontrollanruf bei McGee machte, durfte Abby zuhören.

      Aber dem Wunsch von McGee entsprechend, durfte sie nichts sagen. Erstaunlicherweise hielt sie unter Tränen ihren Mund.

      Seid dem saß sie auf der Mauer und wartete. In ihrem Inneren herrschte reines Chaos. Tausende seltsame Gedanken gingen da durch. Erinnerungen aus glücklichen Tagen gepaart mit erschreckenden Bildern von Leid. Ihre Gefühle fuhren Achterbahn. Und immer wieder kam die Frage: Was mache ich nur ohne McGee?

      Auch Scham war dabei, denn sie dachte mehr an Tim als an Tony. Machte sich mehr Sorgen um Tim als um Tony. Deshalb fühlte sie sich Schuldig, die Freundschaft für Tony zu verraten und schämte sich.

      In manchen Sekunden wurde die Angst übermächtig und ein paar Tränen verließen ihre verschmierten Augen. Das ihr Gesicht noch einigermaßen ansehnlich aussah, verdankte sie Ducky. Er hatte mit einem Taschentuch ihre Tränen und damit auch die verschmierte Schminke weggewischt. Aber viel mehr konnte der freundliche Pathologe nicht tun.

      Er selbst hatte Gibbs erzählen lassen, was passiert war und ihm gesagt, das es nicht seine Schuld sei. Die Geschehnisse waren nicht vorhersehbar gewesen. Aber Dr. Mallard war klar, das er genauso gut mit einer Wand sprechen konnte. So lange ihre Freunde nicht wieder einigermaßen gesund bei ihnen waren, würde sich Gibbs Vorwürfe machen.

      Das Tony kein Lebenszeichen von sich gab, belastete auch den Doktor. Im Inneren machte er sich bereit, den jungen Anthony bei sich auf dem Tisch zu bekommen. Auch wenn er Abigal gesagt hatte, das Tony seine 9 Leben noch nicht alle verbraucht hatte.

      Der aufmunternde Scherz war nach hinten losgegangen, denn Abby hatte aufgezählt, wie oft ihr Tiger schon dem Tod von der Schippe gesprungen war. Das hatte neue Tränen gebracht. Ja, der junge DiNozzo schien solche Situationen geradezu anzuziehen.

      Seufzend ging Ducky nun mit dem Kaffee in der Hand auf Gibbs zu. Schon von weitem hatte er gesehen, das Gibbs das Telefon am Ohr hatte und immer aufgeregter hin und her lief. Diese Situation hatte es schon vier mal gegeben. Dabei hatte Tim nicht sofort abgenommen. Diesmal schien es länger zu dauern als sonst.

      Es war schlimm, das sie hier sitzen mussten und nichts tun konnten. Wenn dann auch noch die Verbindung abbrach, war es die Hölle. Schließlich konnte McGee sonst was passiert sein. Er konnte Bewusstlos oder Tod sein und sie wussten es nicht.

      Als er Gibbs erreichte, blieb der Chefermittler stehen und atmete erleichtert aus. „McGee,“ war alles was er knurrte, sichtlich bemüht, den jungen Mann nicht gehörig zusammenzuschreien.

      Selbst Ducky konnte in dem Moment den Schrei aus dem kleinen Apparat hören. „Er lebt! Mein Gott. Tony lebt!“

      Es schien als würde eine Tonnenlast von den Schultern des Pathologen fallen. Er hatte gar nicht bemerkt, das er so angespannt war. Aber jetzt löste sich sogar eine kleine Träne aus seinem Augenwinkel.

      Gibbs hingegen grinste und schien zu wachsen vor Erleichterung. „Wie geht es ihm?“

      „Weiß nicht. Er mault rum,“ antwortete die aufgeregte Stimme von McGee, dem man anmerkte, das er einen Adrenalinschub durchlebte.

      „Gut. Kann ich mit ihm sprechen?“, fragte nun der Silberfuchs und hielt dabei das Telefon so, das der Doktor zuhören konnte.

      „Nein. Ich habe nur seine Hand. Ich muss ihn ausgraben. Moment... er sagt, in Zukunft soll Abby solche Lagerhäuser mit einem Satelliten durchleuchten. Er geht auf jeden Fall nie wieder in eines hinein.“

      Wieder musste Gibbs schmunzeln und auch Ducky lächelte Abby an, die etwas schüchtern diese Geste erwiderte und zu ihnen herüberkam.

      Das klang ganz nach ihrem Tony. Da konnte es doch nicht so schlimm sein.

      „Grab ihn aus. In 10 Minuten rufe ich wieder an.“ Dann legte der Chefermittler auch schon auf.

      „Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis wir zu ihm durchgedrungen sind,“ gab der Mediziner zu bedenken. Dabei betrachtete er sorgenvoll die Arbeiten bei den Schutthaufen.

      „Ja“, war alles, was der Senior-Agent antwortete. Sich den Kaffee von Ducky nehmend ging Gibbs in das Zelt der Feuerwehr. Schließlich war es jetzt gesichert, das es zwei Überlebende gab, die es zu retten galt.

      Trotz der Erleichterung über die Neuigkeit, verschwanden die Sorgen nicht. Es konnte noch so viel passieren. So viel schief gehen.. Und immer wieder geisterte die Frage durch seinen Kopf, was mache ich, wenn einer der Beiden stirbt? Kann ich dann weitermachen? Der Chefermittler zweifelte daran, das er die Kraft dazu aufbringen könnte.

      Ducky hingegen nahm sein Handy und rief bei Palmer an. Der war mit Briana in New York auf einer Fortbildung. Wobei, er nahm an dem Seminar teil und seine Frau ging einkaufen.

      Seit Dr. Mallard ihn aber unterrichtet hatte, was passiert war, hatte Jimmy seine Briana geholt und war nun auf dem Weg zu DiNozzo sen.. Schließlich musste er ja auch unterrichtet werden.

      Das zumindest fand Jimmy so. Außerdem gab ihm das das Gefühl, etwas für Tony zu tun. Es war auf jeden Fall besser, als herumzusitzen und zu warten.

      In einigen Minuten würden sie die Villa erreichen und dann hoffentlich DiNozzo sen. auch antreffen. Auf dem Handy war bisher niemand ran gegangen.

      Schließlich wusste niemand, was der Mann zur Zeit machte, wo er doch Pleite war. Ducky wusste dies und war deshalb froh, eine gute Nachricht überbringen zu können.

      Er konnte nur hoffen, das es nicht die letzte gute Nachricht war.


      Kapitel 19

      Mein Sohn

      5:33 Stunden vor Stunde 0

      Gerade wollte DiNozzo sen. vom Grundstück seiner Villa fahren, als ein Wagen in seine Einfahrt bog. Ein Taxi wie er schnell feststellte.

      Die Stirn runzelnd schaltete DiNozzo seinen Motor aus und befreite sich vom Gurt. Da er zu einem Geschäftsessen fahren wollte, hatte er sich seinen dritt besten Anzug angezogen. Einen dunkelgrauen Brioni Dreiteiler. Eine schwarze Krawatte von George Neales neuer Kollektion
      und schwarze Slipper von Armani vervollständigten den Auftritt. Dazu ein Bogart Hut und ein Kamelhaarmantel. Kleider machen Leute.

      Aus dem Taxi war ein hagerer junger Mann gestiegen, der ihm bekannt vorkam. Einfache dunkelblaue Jeans umhüllten die schlanken Beine. Eine braune Universitätsjacke ließ den Mann noch unreifer wirken als seine deutliche Schüchternheit es schon taten.

      „Mister DiNozzo,“ rief der Fremde aufgeregt. „Gut, das ich Sie noch antreffe. Könnte ich Sie schnell sprechen?“

      „Ich muss zu einer geschäftlichen Verabredung,“ versuchte DiNozzo sen. den Eindringling abzuwehren. „Wenn es nicht wichtig ist, bitte ich Sie, einen Termin zu machen. Worum geht es?“

      „Um Tony,“ sagte Jimmy und hielt dem Älteren seine Hand zur Begrüßung hin. „Oh, entschuldigen Sie bitte. Ich bin Jimmy Palmer und das ist meine Frau Briana.“

      Charmant begrüßte Senior die hübsche junge Frau mit einem Handkuss. Trotz des schlichten Blauen Kleides zog sie mit ihren blonden Haaren und strahlenden blauen Augen die Blicke der Männer nur so an. Wegen des etwas windigen Wetters trug Briana noch einen helle Regenjacke offen darüber. Leicht fröstelte sie, aber das lag heute sicher nicht an den 15 °C hier auf Long Island.

      „Es freut mich sehr, die Bekanntschaft einer so strahlenden Schönheit zu machen.“ Briana wurde tatsächlich rot.

      Dann wandte Senior sich wieder Jimmy freundlicher zu. „Jetzt weiß ich es wieder. Sie arbeiten beim NCIS in der Pathologie.“

      „Richtig, Mr. DiNozzo,“ erfreut lächelte Palmer und nahm die Hand seiner Frau, damit dieser Charmeur nicht auf dumme Gedanken kam.

      Leicht schmunzelnd verfolgte Senior dieses Manöver. Aber dann drangen die Worte von vorhin richtig in seinen Verstand.

      „Was ist mit Tony?“ Plötzlich entstand in ihm ein entsetzlicher Druck auf sein Herz. Bei den Gesichtern seines Besuches ahnte er schlimmes.

      Auch bei Palmer verschwand das Lächeln nun und die Sorgen kehrten zurück. „Es gab ein Unglück in einem Lagerhaus, das vom Team untersucht wurde. Eine Bombe zerstörte die Halle und ihr Sohn befindet sich mit Agent McGee unter den Trümmern. Aber Beide leben. Wir haben Kontakt zu ihnen.“

      Erleichtert atmete der alte Mann aus, wobei ihm erst jetzt auffiel, das er die Luft angehalten hatte. Sein Sohn lebte. Das war erst einmal die wichtigste Nachricht.

      Nach ein paar Atemzügen wurden aber auch die anderen Informationen klar. Sein Junge war verschüttet, vielleicht auch verletzt.

      Fragen schwirrten in seinem Kopf wie Fliegen umher.

      Wieso war das passiert? Ein Anschlag? Auf das Team oder nur auf Tony? Warum hatte Gibbs nicht aufgepasst? Wieso kam Mr. Palmer persönlich nach New York? Warum rief Ziva nicht an oder Gibbs? Schließlich war er der Vater. Da musste man ihn doch sofort benachrichtigen und zwar von höchster Stelle. Konnte er das nicht verlangen? War sein Sohn der Behörde so wenig wert?

      Die aufkeimende Wut wurde aber schnell von der Sorge um das Leben seines Sohnes ersetzt. Was sollte er jetzt tun? Wie reagieren?

      Haltung bewahren und Informationen sammeln. Eines der Mottos seines Vaters, das er seinem Sohn beigebracht hatte. Und DiNozzo hatte es Tony beigebracht. Das Motto war jetzt nötig. Nur so konnte er die Situation einschätzen.

      „Haben Sie noch weitere Informationen, Mr. Palmer? Und wieso ruft Agent Gibbs nicht bei mir an?“

      „Nun, Briana und ich waren zufällig hier in New York auf einem Seminar,“ sprudelte es aus dem jungen Mann heraus. „Telefonisch habe ich es ein paar Mal bei der beim NCIS hinterlegten Nummer versucht, aber Ihr Handy ist wohl abgestellt. Und über Telefonbuch oder der Auskunft waren Sie nicht zu finden. Deshalb kamen wir hierher. Schließlich sollen Sie Bescheid wissen. Agent Gibbs ist vor Ort und kümmert sich um die Rettungsmaßnahmen. Er hat telefonisch Kontakt zu Agent McGee. Bis vor einer halben Stunde wussten wir nicht, ob Tony noch lebt. Aber Ihr Sohn ist unverwüstlich, und macht schon wieder Scherze, wie mir Dr. Mallard berichtete.“

      Mit einem Nicken nahm DiNozzo sen. die Informationen auf. Nur am Rande dachte er daran, die inzwischen abgestellte Nummer seinen früheren Handy beim NCIS hinterlassen zu haben. Die meinten, er hätte die Rechnungen nicht bezahlt. Aber das war nun unwichtig. „Wann war die Explosion?“

      „Vor viereinhalb Stunden, Sir,“ beantwortete Palmer mit einem Blick auf seine Uhr bereitwillig die Frage.

      Wieder musste Mr. D. kurz aus und einatmen. Sein Herz tat immer noch weh.

      So lange schon verschüttetet und er hatte nichts davon mitbekommen.

      Was sollte er nun tun?

      In der Stadt wartete ein gutes Geschäft auf ihn. Es würde ihn wieder auf die Beine bringen.

      Aber wenn sein Sohn in dieser Zeit starb? Was nütze ihm dann das gute Geschäft?

      „Entschuldigung,“ rief da der Taxifahrer, der immer noch in der Einfahrt stand. „Brauchen Sie mich noch?“

      In diesem Moment entschied sich Senior. „Ich fahre nach DC. Kommen Sie mit?“

      Kurz sah Palmer seine Frau an, als diese lächelte, wendete Jimmy sich dem Taxifahrer zu.

      „Nein, Danke.“ Er bezahlte und dann stiegen sie bei DiNozzo in den teuren schwarzen Mercedes ein.

      Ihre Koffer konnten sie sich aus dem Hotel nachschicken lassen. Jetzt ging es erst einmal um die Familie.


      Kapitel 20

      Wach bleiben

      3:17 Stunden vor Stunde 0

      Schmerzen.

      Überall Schmerzen.

      Es war keine gute Idee gewesen, aufzuwachen.

      Der Kopf dröhnte.

      Die Beine sendeten Messerstiche, wenn Bambino wieder irgendwas da weggezogen hatte und sie absackten.

      Die Luft schien winzige krabbelnde Biester in den Hals zu transportieren, was zum Husten reizte. Und das war nicht nur anstrengend, es schien auch die Lunge in Brand zu setzen.

      Ganz flach atmen. Dann tun die Rippen weniger weh.

      Wieso bin ich nicht im All geblieben?

      Da waren keine Schmerzen.

      „He, Tony. Schön wach bleiben.“ Leichte Panik in McGees Stimme.

      Bin wohl wieder abgedriftet. Kann man mir das verdenken?

      „Will schlafen.“

      „Nein, nein, nein.“ Deutliche Panik. Soll ich ihn noch mehr erschrecken? „Gibbs hat Dir verboten zu schlafen.“

      „Wann?“

      „Äh...nun...“

      Ha, erwischt. Mich lügst Du nicht an, mein kleiner Nerd.

      Das Handy. Schon wieder 10 Minuten um. Das ist wie in 24 Stunden und es fängt an zu nerven.

      „Boß. Tony will schlafen.“

      Petze.

      „DiNozzo! Du musst wach bleiben. Ich verbiete Dir zu schlafen.“

      „Nur ein paar Minuten.“ Man kann es ja versuchen.

      „Nein!“ War ja klar. Seine Stimme ist ja heute ganz besonders grob. „Tony. Wir holen Euch da raus. Aber es ist sehr wichtig, das Du nicht
      einschläfst. Hast Du verstanden?“

      Bin ja kein kleines Kind. Du könntest also ruhig sagen, das wenn ich einschlafe, ich im Himmel wieder aufwache.

      „Hast Du mich verstanden?“

      Oder in der Hölle mit Gibbs als Torwächter. „Ja. Verstanden.“

      „Gut, mein Junge. Wir schaffen das.“

      Mein Junge.

      Er hat mich mein Junge genannt.

      Gibt es einen besseren Beweis dafür, das er mich mag?

      Eine Vater Sohn Beziehung?

      Ach Du spinnst ja, DiNozzo.

      Gibbs ist wegen uns Beiden besorgt.

      McPanik ist ja auch hier unten.

      Den nennt er bestimmt auch mein Junge.

      „Gibbs macht sich echt Sorgen um Dich. Also hör auf ihn und bleib wach.“

      Soll ich ihn fragen?

      „Hast Du mich verstanden? Tony?“

      Ich wusste schon immer, das Timmy ein Angsthase ist. Aber das geht mir langsam auf den Sack.

      „Könntest Du mir...einen Gefallen tun?“

      „Klar. Was möchtest Du?“

      „Hol mal tief Luft...gut so....ausatmen und ausatmen...Luft holen...mehr...mehr...und ausatmen...wiederhole das noch 10 Mal!“

      „Und was soll das?“

      Oh ich liebe es, wenn er so verwirrt guckt gemischt mit diesem misstrauischen Blick, als würde ich jetzt einen Streich spielen.

      „Das beruhigt die Nerven. … Gut für Dich und mich.“

      „Oh.“

      Wenn Lachen nicht so weh tun würde, bekäme ich jetzt einen Anfall.

      Wie ernsthaft mein Bambino doch meine Anweisung befolgt.

      Also Grinsen tut noch nicht weh und er soll es ja nicht sehen.

      „Augen zu.“ Und er macht es. Wie süß. Hi.

      Solche Momente sind es wert, wach zu bleiben.

      So, jetzt unschuldige Mine aufsetzen. „Besser?“

      „Ja.“ Seine Stimme hat wieder den normalen Klang. Dieses hohe Gequietsche war ja nicht zum Aushalten. „Danke!“

      „Gern geschehen.“

      „Hast Du Schmerzen?“

      Was für eine blöde Frage. Ich brenne. „Ein bisschen.“

      „Deine Beine sind eingeklemmt. Da werde ich nicht weiter graben können.“

      Gut. Lass das Zeug da unten bloß in Ruhe. Die Schmerzen sind der Wahnsinn. „Ist okay.“

      Ein lauter Knall ist über uns zu hören. McGees Gesicht leuchtet im Taschenlampenschein um einiges weißer. Mein Nerd muss mehr in die
      Sonne.

      „Was war das?“

      „Ein lauter Knall.“

      Böse funkelt er mich an. „Das weiß ich auch.“

      „Warum dann die Frage?“ Etwas ärgern muss ich ihn. So bekommt er auch Farbe in die Bäckchen. Rot vermute ich. Haha.

      „Hast Du überhaupt keine Angst, das wir hier lebendig begraben sein könnten?“

      Oh, da fallen mir gleich ein paar Katastrophenfilme ein. Ob ich McNervös davon erzähle? Lieber nicht. Sonst muss Gibbs ihm auch noch befehlen, keine Ohnmacht zu bekommen.

      „Wir sind lebendig... begraben. ...Aber wir werden... keine Mumien.“

      Nachdenken und McSchlau, welche Frage kommt jetzt logischerweise?

      „Warum nicht?“ Treffer. Der Kandidat hat 100 Punkte.

      „Weil wir nicht... lang genug hier bleiben.“

      Verwirrt schaut er mich an. Armer Kerl. Sein logisches Denkvermögen hat wohl sehr unter den Strapazen gelitten.

      „Auch Tod bergen... sie uns.“

      „Toller Trost.“

      Sauer ist er jetzt. Ich liebe diesen Kerl. Es mach doch so viel Spaß, ihn zu veräppeln. Und es lenkt mich ab. Womit kann ich das noch mehr
      machen?

      „Ich möchte... verbrannt werden.“

      „Was?“

      „Verbrannt zu Asche.“

      „Und dann?“

      Oh Timmy. Zu dieser Frage kann ich doch nur eine schockierende Antwort für Dich haben. „Dann stehe ich... in Deinem Wohnzimmer...auf dem Kamin.“

      „Nein.“

      Ich bin zufrieden. Und die Schmerzen sind im Moment auszuhalten. „Hab ich im.. Testament...festgelegt.“

      „Nie im Leben.“

      „Ich wusste da...ja nicht,...das ich nicht...Dein Freund bin.“

      Er stöhnt und legt seine Hände vors Gesicht. Oh ist das herrlich. Schade, das ich es nicht mit dem Handy aufnehmen kann. Bin ja Bewegungsunfähig.

      Moment. Aber was ist mit seinen Händen? Sind die verbunden? Ist mein kleiner Bruder verletzt?

      „Bist Du verletzt?“

      „Ich?“ Erstaunt schaut er mich an um dann seine Hände zu betrachten. „Nicht der Rede wert.“

      „Was ist passiert?“

      „Ich bin wohl mit der Hand in einen Nagel gefallen. Nichts schlimmes.“

      „Nichts schlimmes?“ Sorge steigt in mir hoch. Der provisorische Verband sieht schmutzig und blutig aus. McGee könnte sich hier mit Bakterien verseuchen. Was ist, wenn er eine Blutvergiftung hat? „Rostiger Nagel?“

      Er verzieht den Mund zu einer Schnute. „Ja. Ein bisschen schon,“ nuschelt er da rum. Ich kann ihn kaum verstehen.

      Oh man. Gott lass den Jungen ja nicht vor mir sterben. Das überlebe ich nicht.

      Hmm. Jetzt muss ich wach bleiben. Denn wenn McGee Schaum vor den Mund kriegt, muss ich ihn von seinen Leiden erlösen. Gibbs ist ja nicht da.

      McWerwolf.

      Wo ist meine Waffe?


      Kapitel 21

      Befragung der Ex

      57:33 Stunden vor Stunde 0

      Im Hauptquartier des NCIS war die Ex Verlobte Rachel McLachlein angekommen.

      Klein, zierlich, braune schulterlange Haare. Kleine Stupsnase, schön geschnittenes Gesicht. Sie trug die Arbeitskleidung ihrer Boutique. Karierter Rock, kurzärmeliges hellblaues Hemd mit dem Namen des Geschäftes = Yals Gift Shop and More.

      Gibbs hatte sie in den Konferenzraum gebracht und kredenzte ihr einen Kaffee.

      „Sie machen immer erst um halb Vier Mittagspause?“, fragte er dabei mit einem Blick auf seine Uhr. Es war gerade 15:39 Uhr geworden.

      Ein Kopfschütteln. „Es war ziemlicher Betrieb. Normal beginnt meine zweistündige Mittagszeit um 14:00 Uhr. Entschuldigung. Jetzt habe ich bis 17:00 Uhr meine Pause. Dann muss ich noch bis 21:00 Uhr arbeiten.“

      Der Chefermittler nickte und setzte sich McLachlein gegenüber hin.

      „Wie ist er gestorben?“, fragte die junge Frau um die 30 interessiert. Ihre Betroffenheit hielt sich in Grenzen.

      „Erschossen,“ war die kurze Antwort.

      Sie nickte nur und nippte an ihrem Becher. „Und was möchten Sie jetzt von mir wissen?“

      „Wo waren Sie heute Nacht?“, fragte der Agent direkt weiter.

      „Verdächtigen Sie mich etwa?“, eher amüsiert als empört stellte Rachel diese Frage.

      Aufmerksam musterte Gibbs die Frau und beschloss, direkt zu sein. „Ja!“

      Ein Lachen kam aus ihrem kleinen Mund und sie zeigte dabei ihre ebenmäßigen Zähne. „Ich war gestern Abend auf einer Geburtstagsparty. Da ist es später geworden. So 3:00 Uhr circa. Den Rest der Nacht habe ich mit einem jungen Mann verbracht. Er sah einfach klasse aus und da konnte ich nicht widerstehen. Erst heute früh um ca. 7:00 Uhr ist er gegangen.“

      Das Notizbuch über den Tisch schiebend, meinte der Chefermittler nur: „Name. Adresse.“

      „Er heißt Amando Mendoza. Aber wo er wohnt, weiß ich nicht. Auch keine Telefonnummer. War nur ein One-Night-Stand.“ Bedauernd hob
      McLachlein kurz die Hand.

      „Sie haben keinen festen Freund?“ Der Agent nahm sein Notizblock zurück und trug Stichpunkte ein.

      „Zur Zeit nicht.“

      Ein Blick von Gibbs ersetzte die Frage nach dem Warum.

      Nach kurzem zögern löste Rachel das Geheimnis auf. „Wissen Sie, nach dem ich das mit Ronald erlebt hatte, war mir nicht mehr nach einer dauerhaften Beziehung. Wenigstens nicht so schnell.“

      „Was genau hat Harway gemacht?“

      „Am Anfang war alles super. Aber dann fing er an, mich zu schlagen. Zwar nur, wenn er getrunken hatte, aber mir hat es nach dem dritten Mal gelangt und ich habe mit ihm Schluss gemacht,“ erzählte die junge Frau mit einem bitteren Zug um die Lippen. Ihre Hände verkrampften sich um den Becher. „Leider verstand er das nicht. Rief mich ständig an und lungerte vor meiner Haustür herum. Als er anfing, mich auch bei der Arbeit zu besuchen und meine Kollegen nach mir auszufragen, habe ich ihn angezeigt. Aber selbst das hat ihn nicht abgeschreckt. So musste ich einen Anwalt einschalten, der sofort eine Unterlassungsverfügung durchgesetzt hat. Seit dem kommt er nicht mehr in meine Nähe. Aber am Telefon stalkt er mich noch immer und Briefe und Geschenke kommen auch noch ständig.“

      Rachel starrte gerade etwas melancholisch in ihren Becher.

      Sanft frage Gibbs: „Können wir die Briefe und Geschenke haben?“

      „Tut mir Leid, Agent Gibbs. Ich habe die Briefe ungeöffnet in den Müll geworfen. Die Pakete nehme ich erst gar nicht an. Vielleicht ist noch ein Brief in der Post. Den bringe ich Ihnen gerne vorbei.“

      „Wie würden Sie Ihren Ex charakterisieren?“, ging das Interview weiter.

      Bereitwillig erzählte sie, bemüht, präzise zu sein: „Macht zuerst einen liebenswürdigen und charmanten Eindruck. Guter Liebhaber, wenn auch grob. Sehr besitzergreifend. Eifersüchtig, schon krankhaft. Sein Ego verträgt wohl keine Ablehnung.“

      „Prügelte er sich gerne?“ Aufmerksam sah der Ermittler sein Gegenüber an.

      „Kommt drauf an,“ erwiderte Rachel nachdenklich. „Er boxt als Amateur in einer Boxhalle in Down Town. Vier Fäuste oder so hieß der Laden. Eigentlich fängt er selten einen Streit an. Aber wenn es los geht, ist er voll dabei.“

      „Fällt Ihnen jemand ein, der Harway töten wollte oder Streit mit ihm hatte?“

      „Hmm.... Bei mir war mal ein Mann, der sich als Freund von Ronald vorstellte. Marco Bellini oder Pelony. Blond, groß, Muskel bepackt mit blauen Augen. Dunkler als Ihre.“ Als sie auf Gibbs Augen hinwies, fuhr sie kurz mit der Zunge verführerisch über ihre Lippen.

      Gibbs´ daraufhin eher ablehnende erhobene Braue machte schnell Schluss mit dem Flirtversuch.

      „Er wollte unbedingt von mir wissen, wo er Ronald finden kann und ob er noch Sachen bei mir hätte. Ich habe ihn abgewimmelt. Der hatte etwas an sich... ein paar Tage später war meine Wohnung aufgebrochen worden und alles war durchwühlt. Ich habe Anzeige erstattet und dabei auch diese Begegnung erwähnt. Allerdings ist bisher nichts dabei raus gekommen.“

      „Ist etwas gestohlen worden?“ Das konnte ein wichtiger Hinweis sein. An Zufälle glaube Gibbs ja nicht.

      „Nein, nichts von meinen Sachen. Nicht mal die 100 Dollar in der Schublade, die auch geöffnet wurde. Aber eine Tasche, die Ronald bei mir vergessen hatte, war weg.“

      Er schrieb kurz in sein Heft, das McGee der Angelegenheit nachgehen sollte. „Was war in der Tasche?“

      „Nur gebrauchte Sportsachen, soviel ich weiß. Bei dem Gestank habe ich nicht weiter darin gekramt.“ In Gedenken an den Geruch verzog McLachlein angewidert das Gesicht. „Ich wollte sie in den Müll schmeißen, hatte es nur noch nicht geschafft.“

      „Sonst noch etwas ungewöhnliches?“

      „Nein.“ Sie schüttelte unterstützend den Kopf.

      „Und was haben Sie nach 7:00 Uhr heute Morgen gemacht?“, harkte Gibbs nach. Schließlich war der Todeszeitpunkt zwischen 8 und 9 Uhr in der Früh gewesen.

      Wieder ein amüsiertes Lächeln. „Geduscht, gefrühstückt und Einkaufen in der Mall in der 24zigsten. Ab 09:30 Uhr war ich dann bei der Arbeit.“

      „Gut. Hier meine Karte. Sollte Ihnen noch etwas einfallen, rufen Sie bitte an.“ Damit beendete der Chefermittler die Befragung.

      Beim hinaus gehen drehte sich Rachel noch einmal um. „Heißt das, ich bin nicht mehr verdächtigt?“

      „Nein.“


      Kapitel 22

      Gibbs Verbindungen

      3:17 Stunden vor Stunde 0

      Gibbs hatte eine unruhige Wanderung begonnen. Es dauerte alles so verdammt lange, obwohl sie kräftige Unterstützung erhalten hatten.

      Nachdem vor circa fünf Stunden ein Feuer in einer Mall in George Town ausbrach, waren bis auf 20 Personen die Feuerwehreinheiten abgezogen worden. Dort galt es hunderte Menschen zu retten. Hier nur Zwei.

      Der Marine hatte daraufhin seine Kontakte genutzt.

      General Lynch war ihm noch einen Gefallen schuldig. So waren einige Einheiten Marinesoldaten hergekommen, die jetzt per Hand die Trümmer in der gefährlichen Zone in der Nähe der Eingeschlossenen wegräumten.

      Die Bagger hatten zuvor die großen Stücke zur Seite geschoben.

      Chief Launtrie hatte schnell klar gestellt, das er hier das Sagen hatte. Da der General selbst nicht zu gegen war, unterstellten sich die Einheiten Launtries Kommando. Das war auch gut so, da der erfahrene Feuerwehrmann eine genaue Vorstellung hatte und die Leute
      entsprechend einteilte. Natürlich nicht ohne eine kleine Einführung, wie man sich hier verhalten sollte.

      Viele der Marines waren in Kriegsgebieten im Einsatz gewesen. Diese Erfahrungen kamen ihnen hier zu Gute. Die Feuerwehrleute hatten schnell Vertrauen und so setzten alle gemeinsam ihre Fähigkeiten ein.

      Es ging nun darum, eine schmale Gasse zu schaffen, um möglichst schnell einen Weg zu den Eingeschlossenen zu finden. Trotzdem, das jetzt viele Helfer vor Ort waren, schien jeder Meter Ewigkeiten zu brauchen.

      Das Bangen um die Freunde, besonders um Tony, zerrte gewaltig an den Nerven der NCIS-Familie.

      Am liebsten wäre Gibbs an vorderster Front dabei und würde selber die Steine wegschaffen und sich durch graben. Aber der Einsatzleiter hatte ihn dazu verdonnert, das Telefon zu hüten. Der Kontakt zu den Verletzten durfte nicht abbrechen.

      Nach einigen hitzigen Debatten hatte der Agent nachgegeben und sich fügen müssen. Sonst wären sie alle hinter der Absperrung verschwunden.

      So tigerte nun der Chefermittler des NCIS vor der improvisierten Kommandozentrale auf und ab. Die 20 Meter waren bereits davon ausgetreten.

      Abby und Ducky saßen auf der Mauer und warteten. Für die Forensikerin war es eine Qual. Nur die 10minütigen Gespräche von Gibbs gaben ihr Hoffnung. Schließlich ging Tim immer ran und das war doch ein gutes Zeichen.

      Ab und zu rief Mallard bei Jimmy an, um zu fragen, wo sie inzwischen waren.

      Die Goth hatte es übernommen, McGees Familie auf dem Laufenden zu halten. Dabei war es schwer, dafür zu sorgen, das sie nicht herkamen. Sie hätten hier auch nichts tun können.

      Aus diesem Grund hatte der Doktor mit Palmer ausgemacht, DiNozzo sen. ins Hauptquartier zu bringen. Die fünfeinhalbstündige Fahrt von New York nach DC strengte ja auch an. Jimmys Befürchtung, der Ältere könnte einen Herzinfarkt bekommen, denn inzwischen realisierte der Senior die Situation, tat zu dieser Entscheidung sein übriges.

      Direktor Vance telefonierte inzwischen 1x pro Stunde mit Dr. Mallard. Bei Gibbs hatte er nur ein „Halten Sie gefälligst die Leitung frei!“ zu
      hören gekriegt statt einer Auskunft. Der Pathologe war im Moment die bessere Informationsquelle.

      General Lynch tauchte nun auch bei der Unglücksstelle an der Duke Street in Alexandria auf. Dafür hatte er ein Meeting abkürzen müssen. So hatte er noch seine Ausgehuniform mit den Auszeichnungen an. Zum Umziehen war keine Zeit.

      Sofort machte er sich mit seinem Adjutanten Richtung Kommandozelt auf und traf auf den Bundesagenten. „Gunny,“ rief er schon als er noch einige Meter entfernt war. „Wie geht es voran?“

      Der Chefermittler ging dem Marine entgegen. „General. Sie hätten nicht kommen brauchen.“

      „Nein, aber ich wollte,“ lächelte Lynch und schüttelte die Hand seines Ex-Untergebenen.

      Seufzend antwortete Gibbs auf die vorherige Frage. „McGee ist verwundet. Bisher keine Erkenntnisse über schwerere Verletzungen. Er hat sich bis zu DiNozzo durch gegraben und versucht nun, ihn weiter frei zu legen. Tonys Verletzungen scheinen erheblicher zu sein. Zuerst wurde er nicht wach und nun muss McGee darum kämpfen, das der Junge nicht einschläft.“

      „Sie stehen in 10 minütigem Kontakt?“, fragte der General nach und richtete seine braunen Augen unter buschigen Brauen auf die gute 50 Meter entfernten Arbeiter.

      Der Grauhaarige nickte und berichtete weiter. „Dort drüben ist der Anfang der Mechanikergrube, die meine Agents sich als Schutz ausgesucht haben. Das Tor hat uns den Weg gezeigt.“

      „Mechanikergrube.“ Der erfahrene glatzköpfige Marine hatte den Schuttberg mit seinem alles erfassenden Blick abgetastet. Das da überhaupt noch jemand lebte, grenzte an ein Wunder. „Gute Reaktion. Es dürfte der einzige Ort für ein Überleben gewesen sein. Dort konnten sich Hohlräume bilden. Aber es dürfte auch eine Menge Dreck und Schrott aufgenommen haben. Was ist mit den Deckenträgern?“

      „Es befand sich ein Truck in der Halle.“ Der Chefermittler wies auf einen Hügel 50 Meter von den Helfern entfernt. „Er stand über der Grube und dürfte den Träger im Mittelfirst aufgefangen haben. Dadurch wurden alle anderen Stahlstreben verlangsamt. Die Decke ist durch die Wucht der Explosion im Ganzen angehoben worden und dann runtergekommen. Wenn keiner geborsten ist, dürften sie über der Grube liegen und sie schützen.“

      „Man kann also einen Tunnel freilegen,“ teilte der stämmig gebaute Lynch seine Gedanken mit.

      Wieder nickte Gibbs und scharrte unruhig mit einem Fuß. „So ist der Plan, Sir.“

      Einen Moment standen sie stumm beieinander und starrten auf die Trümmerlandschaft. Jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt.

      Dann entschuldigte sich der NCIS Agent, indem er das Handy hoch hielt. „10 Minuten sind um.“

      „Mayer,“ sagte der General leise, während er dem Gunny nachsah, der sich zum Telefonieren ein paar Meter entfernt hatte.

      Der Angesprochene trat näher an seinen Vorgesetzten heran. „Sir!“ Mit seiner tadellos sitzenden Uniform und den Stolz im Gesicht wirkte er
      arrogant.

      „Fordern Sie ein Ärzteteam und eine Pioniereinheit an.“

      Skeptisch meinte der Major leise: „Dort sind bereits zivile Ärzte, Sir. Und mit Verlaub, es handelt sich um NCIS Agents.“ Der Mann verstand nicht, warum sein Mentor für diese Navy-Cops so einen Aufwand trieb.

      Kurz blickte der Militär seinen Adjutanten missbilligend an. „Ersten sind es Menschen in Not. Es ist unser Auftrag, Zivilisten in Not zu helfen
      und zu schützen. Zweitens hat der Gunny seine Leute im Geiste der Marines geformt. Bei DiNozzo konnte ich mich davon selbst überzeugen.
      Drittens werden die Pioniere den Tunnel absichern müssen. Die Männer von der Feuerwehr sind dafür nicht qualifiziert genug. Und Viertens
      werden die zivilen Ärzte da unten nicht rein klettern. DiNozzo braucht aber schnellstens eine gute medizinische Versorgung. Noch Fragen?“

      „Nein, Sir.“ Leicht Rot im Gesicht salutierte Major Mayer und machte dann einige Anrufe.

      Gibbs kam wieder zu Lynch rüber. „Im Moment alles okay.“ Dabei seufzte er und fuhr sich mit beiden Händen durch die kurzen Haare. Nun standen sie wirr auf seinem Kopf.

      Schmunzelnd die Geste beobachtend, meinte der General: „Das Schlimmste ist das untätige Warten. Kommen Sie damit klar, Gunny?“

      Der Angesprochene lächelte schief. „Habe ich eine Wahl?“


      Kapitel 23

      Kaffee

      57:08 Stunden vor Stunde 0

      „Wie muss eigentlich der Kaffee sein, damit Sie ihn in unserer Teeküche holen, statt beim Coffeeshop?“, fragte Leon Vance, der Direktor des NCIS, seinen Spitzenagenten, als er ihn im Fahrstuhl traf. Schließlich kostete es Zeit, wenn der Mann 10x am Tag den Weg zurücklegte. Die Teeküche war eingerichtet worden, damit diese Zeitverschwendung unter den Agents Einhalt geboten wurde.

      „Stärker!“, war alles was Gibbs dazu äußerte.

      Die Antwort hätte sich Vance denken können. Seinen dunkelgrauen Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte zurechtziehend erklärte er: „Wir bekommen jetzt eine von diesen modernen Kaffeemaschinen, die Tassenweise den Kaffee nach Wünschen des Anwenders zubereitet. Ich werde dafür sorgen, das es eine Gibbs-Taste gibt, gesetzt Sie benutzen sie dann auch.“

      „Wenn der Kaffee gut ist...“, grinste der Chefermittler zurück.

      Ein Pling ertönte und die Fahrstuhltüren öffneten sich in der dritten Etage. Davor stand eine junge Frau im grauen Businesskleid. „Direktor! Der SecNev wünscht Sie zu sprechen. Im AMTAC.“

      Leon nickte seiner Ersatz Sekretärin zu. Die reguläre Vorzimmerdame war ein paar Tage in Urlaub gefahren. Obwohl erst seit Gestern die Neue da war, wünschte er sich seine Sekretärin zurück. Nicht, das der Ersatz nicht gut wäre, aber er fand sie etwas aufdringlich. Deshalb hielt er Gibbs auch mit einer Handbewegung auf. Schließlich musste er nicht gleich springen, wenn der Big Boß rief.

      „Abgemacht. Und schon Fortschritte in Ihrem Fall?“

      „Wir arbeiten dran.“ Der Silberfuchs war etwas amüsiert. Für einen Ermittler war Leons Verhalten einfach zu durchsichtig.

      Ein Blick des Direktors machte deutlich, das er dies sehr wohl wusste. Kurz verdrehte er die Augen, dann machte sich Vance auf den Weg zum Videokonferenzraum.

      Gibbs hingegen begab sich zu seinem Büroabschnitt und schnappte sich das klingelnde Telefon. Mit „Was habt Ihr?“ fing das Gespräch an.

      DiNozzo berichtete kurz. „Also die Verletzungen wurden dem Toten von Ex-Boxer Mendoza zugefügt. Abends um 9:30 Uhr hat er Harway einen Denkzettel verpassen sollen. Die Tat fand hinter der Turnhalle auf dem Übungsgelände statt. Morgen und Paltrow waren dabei, haben aber nicht zugeschlagen. Harway versuchte, Punkte zu sammeln, weil er die Tochter des Colonels heiraten wollte. Unsere drei Verdächtigen
      wurden von allen Betroffenen dazu auserkoren, die Maßregelung durch zu führen. Mendoza war in der Nacht bei der Tochter des Colonels, was seltsam ist wenn sie doch Harways Freundin war. Übrigens soll Mendoza diese Tatsache nicht kennen. Morgen und Paltrow behauptet, in
      ihren Betten gewesen zu sein. Außer Paltrow war hier keiner vom Tod des PO betroffen. Im Gegenteil.“

      „Gut,“ brummte der Chefermittler. „Überprüft die Alibis und kommt dann wieder her.“

      Bevor Tony antworten konnte, hatte der Boß schon aufgelegt.

      Ein Agent rief nach Gibbs. Bei ihm befand sich ein Mann in Handschellen. Seine Kleidung bestehend aus löchrigen Jeans und verwaschenem Hemd war beschmutzt. Es musste wohl eine kleine Verfolgungsjagd stattgefunden haben, da sich dieser Dreck auch im Gesicht des Gefangenen fand. „Sir! Das ist Adam Cortwell. Sie hatten eine Fahndung nach ihm laufen.“

      „Bringen Sie ihn in den Verhörraum Zwei,“ gab der Grauhaarige harsch eine Anweisung, die von dem jungen Agent sofort ausgeführt wurde.

      Es schien ein eher harmloser Fall zu sein, aber sein Bauchgefühl sagte ihm etwas anderes. Er war überzeugt, das dieser Mord sich noch zu etwas Unerwartetem und Großen auswachsen würde. Aber nicht nur das ahnte er. Sein Instinkt sagte ihm auch, das etwas Schreckliches passieren wird. Er musste aufpassen, denn leider sagte ihm sein Gefühl nicht konkret, was passieren würde.

      Ducky erschien in diesem Moment. „Jethro. Hier habe ich die Ergebnisse der Autopsie. Die Kugel war der Grund des Ablebens von Petty Officer Ronald Harway. Das Projektil, eine 32ziger, die jetzt bei Abigal zur weiteren Untersuchung ist, zog ihre Bahn durch die rechte Herzkammer, durchschlug den linken Vorhof, bevor sie an einer Rippe im Rücken abprallte. Die Rippe ist dadurch gebrochen. Die Kugel blieb
      letztendlich in der linken Lunge stecken. Der Petty Officer dürfte sofort tot gewesen sein.“

      Während des Vortrages hatte Gibbs den Bericht entgegengenommen und kurz durchgeblättert. „Was ist mit den Boxverletzungen?“

      „Wie ich bereits ausführte, wurde Mister Harway von einem Profi angegriffen,“ erklärte der Doktor eifrig. „Die Schläge waren wohl dosiert und haben nur Schmerzen verursacht. Keine Inneren Verletzungen. An den Oberarmen gab es Hämatome, die darauf schließen lassen, das er
      festgehalten wurde. Es gibt allerdings zwei Verletzungen, die sich von den Anderen unterscheiden.“

      Hier blätterte Ducky eine Seite in dem jetzt auf dem Schreibtisch liegenden Autopsiebericht auf.

      „Siehst Du hier,“ dabei zeigte der Coroner auf die Kennzeichnung einer Skizze in den Brustbereich der Figur. „Und hier. Da wurde das Gewebe mit etwas Härterem als einer Faust getroffen. Unsere gute Abigal hat davon Fotos gemacht, um den Abdruck zu identifizieren. Die Rippen in diesen Bereichen sind angebrochen, da es sich um die unteren Rippen handelt. Die sogenannten falschen Rippen Costaespriae. Diese Rippen sind elastischer und haben die Energie der Schläge fast vollständig absorbieren können. Hätte der Täter hingegen die echten Rippen Costa getroffen, dann wäre ….“

      „Duck. Noch was wichtiges?“ Der Chefermittler war bereits aufgestanden und begann um den Tisch zu gehen.

      „Oh ja, das wird Dich interessieren,“ ließ der Mann mit Nickelbrille und Fliege sich vernehmen ohne die Unterbrechung übel zu nehmen. „Diese abweichenden Verletzungen wurden dem armen Petty Officer kurz vor seinem Tod zugefügt. Maximal eine halbe Stunde davor.“

      Kurz hielt Gibbs inne um das Gehörte aufzunehmen. Dann nickte er dem Mediziner dankend zu und ging Richtung Verhörraum.


      Kapitel 24

      Nicht einschlafen

      1:41 Stunden vor Stunde 0

      Tony befand sich in einem Tunnel und sah sich um als er McGee nach ihm rufen hörte. Es schien ihm, das die Stimme aus jeder der vor ihm abzweigenden Röhren zu hören war. Insgesamt trafen hier 6 Tunnel aufeinander. 2 davon waren verdreckt und Spinnennetze befanden sich davor.

      2 Tunnel waren hell und gepflegt. Und die letzten Beiden waren so zu sagen normal. Es war Dreck dort, aber nicht zu viel und das Licht war auch eher trüb.

      Aus einem dieser Tunnel war er gekommen. Er konnte sich an die Wanderung durch die endlose Röhre erinnern. Wie lange er gegangen war, konnte er nicht sagen. Es schien sein ganzes Leben lang gewesen zu sein.

      Nun stand er seit Stunden, so fühlte es sich an, hier an dieser Weggabelung und überlegte, wie er weiter gehen sollte.

      Dabei schienen die Eingänge ihn locken zu wollen. Sie schienen Bilder zu senden. Bilder aus der Vergangenheit und der Zukunft, aber auch aus Filmen. Es war schwer, eine Entscheidung zu treffen.

      Aber jetzt hörte er McGee´s Stimme und sie verlangte nach ihm. Deutlich konnte er hören wie Tim sich einer Panik näherte. Er musste ihm helfen. Tim war sein Freund.

      Oder nicht?

      Da war etwas. Aber er konnte es nicht fassen. Es machte ihn unruhig.

      Wieder rief McGee nach ihm.

      Aber durch welchen Gang kam er zu Tim?

      Kate und Paula erschienen und riefen ihn in ihre Gänge. Seine Mutter war in einer anderen Röhre. Eine dicke Ratte rief ihn auch. Igitt!

      Ebenso Gary Cooper als Sherif in High Noon. Der winkte allerdings nur. War schon immer ein schweigsamer Mann.

      In einem Gang aber tauchte niemand auf. Es war natürlich der im schlechtesten Zustand mit sehr vielen Spinnweben und Getier.

      Was für ein Klischee, dachte Tony und seufzte.

      Als er den ersten Schritt auf diesen Tunnel zu machte, fingen alle Anderen an auf ihn zu schimpfen und ihre Gesichter verwandelten sich in bösartige Fratzen. Sie schrien, das er ein Versager und Nichtsnutz sei und in der Hölle schmoren solle.

      Am liebsten wäre Tony umgedreht und den Gang zurück gerannt. Aber hinter ihm war kein Tunnel mehr.

      Da erklang das Klingeln eines Handys. Regel Nr. 3: sei immer erreichbar, hörte er Gibbs Stimme ruhig in dem ganzen Chaos sagen.

      Nun viel ihm die Entscheidung einfach. Augen zu und durch, dachte er und rannte in den vorher ausgesuchten Gang hinein.

      Schmerz empfing ihn. Sein Körper schien überall weh zu tun und er stellte fest, das er mit dem Kopf tiefer lag als der Rest seines Körpers. Eine Hand hielt sein Handgelenk und versuchte seinen Puls zu fühlen. McGees panische Stimme schrie in sein Ohr und er hörte dieses nervige
      Klingeln eines Handys.

      Das hatte er schon einmal erlebt. Oder öfter? Es ist wie in Stargate SGI wo Teal´c und Colonel O´Neill in der Episode Kein Ende in Sicht 10
      Stunden immer und immer wieder wiederholen. Lustig wie Teal´c immer wieder gegen eine Tür läuft und O´Neill Haferbrei isst. Bei mir ist es das Handy, das nervt.

      „Bin wach!“

      „Endlich,“ hörte er Tim erschöpft sagen. Dann der Ton der Rufannahmetaste. „Boß. Ich halte das nicht mehr aus. Tony hab ich wieder
      zurückgeholt, aber … mein Gott... wenn ich es das nächste Mal nicht schaffe?“

      So wie sich McGee anhörte, schien es ihm, Tony, nicht gut zu gehen.

      Naja, die Schmerzen waren schon heftig. Aber das Atmen war noch schrecklicher.

      Als Tony versuchte einen tiefen Atemzug zu nehmen, musste er prompt Husten, was zur Atemnot führte.

      Beinahe wäre er wieder Bewusstlos geworden. Die pechschwarzen Schatten näherten sich schon rasch.

      Aber McGee rief nur: „Ruhig atmen, langsam atmen, kleine Atemzüge. Du schaffst das, konzentriere Dich, kleine Atemzüge. Ein. Aus. Ein. Aus. Gut so.“

      Dieses Geplapper half tatsächlich und Tonys Atmung beruhigte sich. Der Hustenreiz ließ nach.

      „Wo bin ich?“, fragte er dann vorsichtig. Irgendwie hatte er einen Filmriß. Im Gegensatz zu seinen Serienhelden konnte er sich nur schwer an die letzten Stunden erinnern.

      Seine Brust tat weh und er hatte gespürt, das ein paar Rippen gebrochen waren. Aber seine Lunge schien nichts abbekommen zu haben. Immerhin etwas.

      „Wir sind in der Mechanikergrube in der Halle. Erinnerst Du Dich an die Explosion?“, antwortete Tim, in dessen Stimme immer noch leichte
      Hysterie zu hören war. Er musste sich auch erst einmal von dem Schreck erholen. Erst Angst, wie er sie noch nie empfunden hatte. Und dann unglaubliche Freude, gefolgt von Ernüchterung und Sorge. Das musste McGee erst verkraften. Und nicht zum ersten Mal. Tony hatte
      immer öfter Ausfälle. Glitt immer öfter weg.

      „Explosion,“ wiederholte Tony leise und versuchte sich an die Ereignisse zu erinnern, aber in seinem Kopf schien es nur gähnende Leere zu geben. „Weiß nicht.“

      „Es ist gut, Tony,“ versuchte Tim seinen Kollegen zu beruhigen. „Versuchen wir uns mit dem Nächstliegendsten zu beschäftigen.“

      „Das wäre?“, murmelte Tony leise, da er gerade beschlossen hatte, das ein Nickerchen doch eine schöne Sache wäre.

      „Überleben,“ ernst kam dieses Wort von dem jungen Agent. „Also schön atmen und wach bleiben. Tony. Hast Du verstanden?“

      Dieses eine Wort Überleben löste bei Tony die Alarmglocken aus. Was war das? Sie waren in Gefahr. Wie schlimm war es?

      Vorsichtig öffnete er die Augen. Bisher hatte er das wegen der Kopfschmerzen vermieden. Ohoh. In dem schwachen Licht einer einzelnen Taschenlampe konnte er ein Wirrwarr von Balken, Holz und Stahl wahrnehmen. Und alles in seiner unmittelbaren Nähe. Viel zu dicht an seinem Gesicht. „Sind wir ...lebendig begraben?“

      Erstaunlich ruhig klang dabei die Stimme zu Tim herüber. Kein Anflug von Panik oder Angst. Eher Neugierde. Das war immer wieder erstaunlich, fand der Nerd. Auch wenn Tony zunehmend Gedächtnisprobleme hatte, er geriet einfach nicht in Panik.

      „Sie sind schon dabei uns auszugraben,“ erzählte Tim und schlug einen Ton dabei an, den man auch für kleine begriffsstutzige Kinder benutzte. „Gibbs kümmert sich darum. Aber Du musst unbedingt wach bleiben. Hast Du das verstanden?“

      „Eine Frage,“ kam es von Tony, den dieser Ton von seinem Bambino amüsierte.

      „Gerne,“ sagte McGee und erwartete, nach der Dauer oder nach den anderen Teammitgliedern gefragt zu werden.

      Statt dessen hörte er eine nachdenkliche Stimme sagen. „Willst Du mich als ...Freund hier wach halten ...oder nur weil... der Anstand es von ….einem Kollegen verlangt?“

      Verdutzt und dann kopfschüttelnd starrte Tim in die Richtung, in der Tonys Kopf war. „Alles Wichtige vergessen, aber das Uninteressanteste hast Du behalten.“


      Kapitel 25

      Lange 55 Minuten

      55:14 Stunden vor Stunde 0

      Sie waren auf der Rückfahrt vom Marine Stützpunkt in Quantico zum Navy Yard.

      DiNozzo saß natürlich am Steuer und hielt sich an die Verkehrsregeln. Das hatte den Vorteil, das McGee die Hände frei hatte und seinen Laptop bedienen konnte.

      Bei der Durchsuchung von Ronald Harways Spind fanden sie einen USB Stick. Nun versuchte der Computerspezialist die Daten auszulesen. Vielleicht ergaben sich dadurch ja Hinweise auf ein Motiv oder Täter.

      Ansonsten war leider nichts brauchbares zu entdecken gewesen.

      Cherryl, die Tochter von Colonel McWire, war in die Stadt zu einer Freundin gefahren. Ihr Vater hatte sie angerufen und zum Yard bestellt. Er wusste nicht einmal, das seine Tochter bereits sexuelle Erfahrungen sammelte und viel aus allen Wolken. So waren ihm Harways Ambitionen auch völlig unbekannt. Nach McWires Aussage hätte der PO sich so anstrengen können wie er wollte. Der Colonel hätte ihn nie als Schwiegersohn akzeptiert. Zu schmierig, biederte sich an und hatte eine kriminelle Vergangenheit.

      Die Alibis der Soldaten hatten sich bestätigt. So hatten sie keine Verdächtigen für den Mord. Für die Selbstjustiz drohte allerdings allen Dreien ein Disziplinarverfahren.

      Auch Mister Rotgold, den sie auf dem Rückweg noch schnell bei seiner Arbeitsstelle, einem Versicherungsmaklerbüro, besucht hatten,
      lieferte nichts brauchbares. Den Colt hatte er nie benutzt, hielt ihn aber in Ordnung. So war ihm, als er ihn wieder putzen wollte, aufgefallen, das die Waffe fehlte. Der Colt konnte durchaus schon vor 6 Wochen entwendet worden sein. Sofort nach entdecken des Verlustes hatte er die Anzeige aufgegeben. Seine Tochter Amanda bestätigte die Aussage und konnte kein Licht ins Dunkle bringen.

      „Und?“, fragte DiNozzo, „ist da was Verwertbares drauf?“

      Genervt verdrehte McGee kurz die Augen. „Ich habe hier eine Verschlüsselung zu knacken. Da muss ich erst durch.“

      „Dürfte für einen MIT-Absolventen doch kein Problem sein, McSchlüssel,“ meinte Tony im lockeren Plauderton während er in einen Kreisel einfuhr. „Harway war laut seiner Akte kein Mathe-Ass. Sowieso hatte er mit der Schule nicht viel am Hut.“

      „Trotzdem ist es nicht so einfach,“ erklärte der Nerd mit einem oberlehrerhaften Ton. „Das Passwort besteht aus 11 Ziffern und Buchstaben. Eventuell sind auch noch Sonderzeichen drin. Er kann sich sonst was ausgesucht haben.“

      „Versuch F-14-Tomcat,“ sagte Tony mit voller Überzeugung.

      „Wieso das denn?“ McGee schaute verärgert zu seinem Teamkollegen. Mischte der sich doch in sein Spezialgebiet ein.

      Aber Tony blickte ohne Schalk im Blick zu ihm rüber. „Tu es einfach, Bambino.“

      Da sie an einer roten Ampel standen, konnten sich die Agents kurz auf ein Augenduell einlassen. Unterbrochen wurde es erst als der Wagen hinter ihnen zu Hupen anfing. So fuhr der Wagen wieder an und Tim gab knurrig das Wort ein.

      Erstaunlicherweise öffnete sich ein Fenster auf dem Bildschirm und einige Tabellen- und Worddateien erschienen.

      Verblüfft fragte der MIT Schüler, wobei er schon die erste Datei öffnete: „Woher wusstest Du das?“

      „Ich bin Ermittler,“ sprachs und grinste überlegen.

      „Haha,“ war McGees Reaktion. „Also?“

      Der Very Speziell Agent lachte und freute sich über die Frustration seines Beifahrer. „In seinem Spind war ein Model der Tomcat, Fotos und ein Handbuch. Was ist da naheliegend?“

      Timothy McGee schüttelte den Kopf. Es ärgerte ihn, das Tony recht hatte. Wieder einmal. Sein Kollege schaffte es doch immer, ins Schwarze zu treffen und das meistens, wenn man es nicht erwartete. Statt zu antworten, schaute der Computerfreak sich die Dateien an und runzelte die Stirn. „Hier sind Zahlenreihen in jeder Datei, die ich öffne. Aber ihre Bedeutung ist mir ein Rätsel. Was soll das?“

      „Lass mal sehen,“ forderte DiNozzo und versuchte einen Blick auf den Schirm zu werfen.

      Immer noch verärgert drehte Tim nach kurzem zögern den Laptop.

      „Das sind Modellmaße,“ kam es sofort todernst vom Fahrer. „Recht gute. Auf jeden Fall keine Personen mit dickem Bauch.“

      Er hatte es doch gewusst. Tony verarschte ihn. Mal wieder. „Na klar!“ McGee würde Gibbs garantiert nicht sagen, das diese Zahlenreihen die Körpermaße von Frauen darstellten. Abgesehen davon, wofür sollte so etwas gut sein und gesammelt werden? War doch bescheuert.

      „Hast Du noch mehr Dateien mit solchen Zahlen?“ Ein Unschuldslamm hätte unschuldiger nicht fragen können.

      „Guck Du auf die Straße und ich gucke hier.“ Versuchte Tim die Fronten zu klären. Dieser Frauenverschlinger würde sich nicht an diesen Zahlen ergötzen. „Gibbs will schließlich Ergebnisse und bisher haben wir nichts.“

      Aber da war der Senior Field Agent ganz anderer Meinung. „Nichts? So ein Quatsch. Erstens haben wir geklärt, wer unsere Leiche verprügelt hat. Zweitens haben wir herausgefunden, das die Drei Marines wasserdichte Alibis haben. Drittens können wir auch Colonel McWire als Mörder ausschließen, da er kein Motive hatte und zur Tatzeit an einer Konferenz in Texas teilgenommen hat. Und jetzt haben wir viertens
      einen Haufen Zahlen zu studieren. Also das als Nichts zu bezeichnen, halte ich für nicht richtig, McNichts.“

      „Das bringt uns bei dem Mord aber nicht weiter,“ maulte der Nerd missmutig herum. Dabei ließ er kurz die Schultern kreisen, da sich dort Verspannungen gebildet hatten.

      DiNozzo nutzte den Moment und schielte auf den Schirm des Laptops. „Ha,“ rief er triumphierend aus. „Die Zahlen sind Seriennummern von
      Maschinengewehren.“

      Seufzent schüttelte McGee den Kopf und beachtete Tonys Einfall gar nicht, sondern öffnete die nächste Datei, um sie zu sichten.

      „Glaubst Du mir etwa nicht?“, kam es fröhlich von seinem Partner.

      „Richtig.“

      Diese Antwort lies DiNozzo eine von Gibbs Regeln zitieren: „Regel Nr. 20: Wenn Du recherchierst, dann mit Gründlichkeit in alle Richtungen.“

      „Oh man.“ Musste Tony jetzt mit dieser Regel kommen?

      Grinsend sah der SFA kurz zu Tim rüber. „Tja Bambino. Ich freue mich schon auf Dein Gesicht, wenn Du die Seriennummern mit den Inventarlisten vergleichen darfst. Viel Nerd-Arbeit.“

      „Woher willst Du wissen, das diese Zahlen Seriennummern sind? Verdammt.“ McGee konnte sich einfach nicht vorstellen, das sein nerviger Kollege recht haben könnte. Ein Blick und er hatte eine Lösung? Niemals konnte das stimmen.

      „Weil ich einen Balistikaufrischungskurs besucht habe und da wurde dieses Format von Seriennummern auch durchgenommen.“ Triumphieren hob Tony seine Faust.

      Sprachlos musste McGee sich eingestehen, das sein Partner doch recht haben könnte. Erst langsam, dann immer schneller überprüfte er die ersten Zahlen. „Scheiße. Du hast recht.“

      Lachend trommelte DiNozzo mit den Fingern auf dem Lenkrad herum. „Natürlich. Und mit den Modellmaßen auch.“

      Widerwillig überprüfte Tim auch diese Zahlen und wieder musste er dem Mann neben ihm recht geben. Wie er das hasste. Der Ältere würde die nächsten Tage da ordentlich drauf herumreiten. „Was ist mit diesen Zahlen?“

      Ein kurzer Blick und der Gefragte schüttelte den Kopf. „Irgendwas musst Du auch erraten, McIchmagDichnicht.“

      Nun hörte McGee auf zu tippen. „Was soll denn der Spitzname jetzt?“

      „Meinst Du, ich merke nicht, das es Dir nicht gefällt, das ich recht habe, Bambino?“, fragte Tony provokant.

      Sich rechtfertigend erwiderte der Angesprochene: „Weil Du das nutzen wirst, um mich damit aufzuziehen.“

      „Was ist daran schlimm?“ Mit gerunzelter Stirn schaute Tony auf die Fahrbahn.

      „Es ist Mobbing,“ brach es aus dem jungen Mann heraus.

      „Quatsch.“

      „Doch!“

      „Nein.“

      „Ja!“

      Stille breitete sich im Auto aus.

      Tim McGee war wütend. Er hatte das Gefühl, wie schon so oft, nicht ernst genommen zu werden. Tony brachte ihm einfach keinen Respekt und Anerkennung entgegen. Behandelte ihn wie den Dreck unter seinen Füßen. Er hatte es so satt.

      Anthony DiNozzo musste erst einmal verarbeiten, das Tim seine Anspielungen für Mobbing hielt. An so etwas hatte er nie gedacht. Er bewunderte McGee für sein Können. Mit Computern konnte er nun mal nicht umgehen. Was McGee da zauberte war grandios. Aber der Junge durfte deshalb nicht abheben. Und das so etwas schnell passieren konnte, hatte Tony schon bei den verschiedenen Polizeistationen auf seinem Lebensweg erlebt. Davor wollte er Tim bewahren und foppte ihn deshalb. Niemals hätte er gedacht, das Tim sein Verhalten völlig anders auffasste. Und als Mobbing... Sollte er die Situation so falsch eingeschätzt haben?

      Die Minuten dehnten sich und die Fahrt schien immer länger zu dauern.

      Beide waren froh, als sie im Navy Yard ankamen. Dieses Schweigen zerrte an ihren Nerven.


      Kapitel 26

      Lagebesprechung

      1:28 Stunden vor Stunde 0

      Je mehr Zeit verging, umso schwieriger wurde es, geduldig zu sein und nur zu beobachten.

      Inzwischen waren die Pioniere eingetroffen und begutachteten das Chaos. Dabei war dem sehr fähigen Captain Steils aufgefallen, das der Schuttberg ins rutschen geriet. So wie bisher konnte man nicht weiter machen.

      Nach Absprache mit dem General, Chief Launtrie und Gibbs, übernahmen die Pioniere die Arbeiten direkt am Anfang der Grube, die 2 Meter weit freigelegt war. Zuerst setzten sie Spundwände ein, um ein Nachrutschen von der Seite zu verhindern. So waren die Helfer in der schmalen Gasse geschützt. Jetzt gruben sie sich weiter vorwärts, wobei nach oben hin eine Holzkonstruktion installiert wurde. Weiterhin alles wegzuräumen kostete zu viel Zeit. Aber die Sicherheit der Frauen und Männer musste gewährleistet bleiben. Den Verunfallten half es
      nicht, wenn die Retter selbst verschüttet wurden.

      Einige dünne Stahlstreben von ca. 10 cm Dicke hatten sich in die Grube regelrecht rein gebohrt. Dadurch konnte sie nicht einfach herausgezogen werden. Man musste sie über der Grube absichern und dann durchschneiden. Natürlich verlangsamte dies das vorankommen erheblich.

      Der lose Müll bestehend aus Steinen, Holzresten, Sand und Stahlteilen, konnte in Eimer geworfen und abtransportiert werden.

      In der Kommandozentrale wurde über verschiedene Möglichkeiten diskutiert und immer wieder gab es etwas neues, das bedacht werden musste.

      Ein Sanitäter meinte gerade: „Wir können nicht erwarten, das die Verunfallten von selbst die Grube verlassen können. Also müssen wir sie mit einer Rettungsdecke bergen. Dafür brauchen die 6 Männer aber Platz.“

      „Die Grube hat nur eine Breite von einem Meter,“ erwiderte der Chief. „Auch unter Idealbedingungen können Sie eine Rettungsdecke vergessen. Da ist nur Raum für ein Rettungsbrett. Wir müssen mindestens 60 cm
      Breite frei haben.“

      Der Captain nickte: „Das bedeutet, alle Hindernisse aus dem Weg räumen. 40 Meter circa liegen noch vor uns. Das sind mehrere Stunden. Ich glaube nicht, das die Verunglückten so lange durchhalten ohne medizinische Versorgung.“

      Der zivile Arzt stimmte zu. „Wenn Agent DiNozzo nicht mindestens in der nächsten Stunde an einen Tropf kommt, hat er keine Chance. Bereits jetzt sieht es schlecht aus. Die Wahrscheinlichkeit, das sich bereits ein Compartmentsyndrom gefolgt vom Crushsyndrom geformt hat, ist sehr groß. Wird der Verunfallte nicht schnellstens richtig behandelt, führen diese Syndrome bereits zum Tod.“

      „Dann sehe ich nur die Möglichkeit, das sich ein Mediziner zu den Männern durchkämpft. So gewinnen wir Zeit und die Pioniere machen normal weiter,“ schlug der General vor.

      „Zu gefährlich,“ schüttelte Launtrie vehement den Kopf. „Das wird nicht riskiert. Gibt es einen Weg direkt von Oben?“

      „Ich war da oben,“ skeptisch blickte Steils in die Runde. „Dort ist alles sehr instabil. Gerät schnell ins rutschen. Ein Schacht ist unmöglich. Höchstens ein Rohr, aber auch nur mit viel Glück.“

      „Da könnte man zumindest fertig aufgezogene Spritzen runter schicken,“ sinnierte der Arzt. „Einer der Verunfallten ist doch noch recht
      mobil. Er müsste sich selbst und seinen Partner mit den Spritzen versorgen.“

      „Außerdem könnten sie so Wasser bekommen,“ fügte der Sanitäter hinzu.

      „Okay,“ nickte der Captain. „Dann probieren wir das. Trotzdem auch wenn es klappt, ersetzt es nicht einen Mediziner.“

      Gibbs mischte sich nun ein. „Was sind das für Syndrome?“

      Während der Captain seinem Assistenten die Befehle für das Projekt Rohr gab, erklärte Dr. Quincy: „Beim Compartmentsyndrom handelt es sich um einen Druckunterschied zwischen den Compartment und Muskelgefäßen, das durch Wassereinlagerungen entsteht. Es bilden sich Ödeme. Und dadurch entsteht das Abklemmen der Blutgefäße, wie es bei Verschütteten häufig der Fall ist. Hält das Abdrücken mehrere
      Stunden an, sterben durch Sauerstoffmangel Muskelfasern ab. Danach entsteht das Crushsyndrom, denn in den abgestorbenen Muskelzellen
      werden Eiweiße abgebaut.
      Kommen wie hier noch Schock, hoher Blutverlust durch Verletzungen und die Übersäuerung des Stoffwechsels hinzu, folgt schnell das
      Nierenversagen. Ihr Mann ist bereits seit 9 Stunden verschüttet. Es ist verdammt kritisch.“

      Mit zunehmendem Entsetzen hatte der NCIS Agent den Ausführungen zugehört. Anmerken ließ er es sich nicht. „Ich wäre bereit, da
      runter zu kriechen und mich zu meinen Agents durchzukämpfen.“

      General Lynch legte seinem ehemaligen Gunny die Hand auf die Schulter. „Ohne Zweifel. Aber schauen wir erst, ob es mit dem Rohr klappt.“

      Der Feuerwehrchief aber wollte solche Ambitionen im Keim ersticken. „Auf keinen Fall. Die Sicherheit geht vor. Sie kümmern sich weiterhin nur um den Kontakt. … Wir alle wollen beide Männer dort rausholen. Lebend. Ich liebe Happy Ends. Aber wenn dabei einer der Helfer stirbt.. ich denke, Ihre Leute würden das nicht gut heißen.“

      Damit hatte der Chief den richtigen Nerv gefunden. DiNozzo und McGee würden es sich nie verzeihen, wenn bei ihrer Rettung jemand verstarb, weil er Leichtsinnig war. Vor allen Dingen Tony hatte in der Vergangenheit schon öfter gezeigt, das er solche Hilfe nicht wollte. Er selbst allerdings würde für andere, auch wild Fremde, sofort sein Leben riskieren. Auch Tim würde sehr daran knabbern, wenn bei seiner
      Rettung jemand starb. Gibbs gab sich wieder frustriert geschlagen.

      Nachdenklich sprach Steils vor sich hin: „Und wenn wir Ecolythelschaum verwenden? Es würde einiges vereinfachen und uns ein schnelleres
      Vorankommen ermöglichen.“

      „Was ist das?“ fragte Launtrie nach.

      Aus seinen Gedanken auftauchend erklärte der Captain. „Eine neue Erfindung in der Erprobungsphase. Wir haben es zum Testen bekommen.
      Der Schaum wir dorthin verbracht, wo eine Sicherung erforderlich ist. Beim Ausbringen ist es noch sehr flexibel und kann sich daher auch in
      Ritzen festsetzen. Feuchtigkeit sorgt dann dafür, das es aushärtet und zwar sehr schnell. Je mehr Feuchtigkeit, je schneller die
      Härtung. Und dann ist es so wie Beton, wobei es Stahl zersetzt. Wir müssten also nichts schneiden, was uns viel Zeit erspart.“

      „Sie sagen, es reagiert erst mit Wasser?“, fragte der Firechief nach. Als der Pionier nickte, führte Launtry kopfschüttelnd aus: „Da
      unten ist es Staubtrocken. Wenn wir dort Wasser einbringen, kann es sein, das es nicht abläuft. Die Gullys sind sicher durch den Staub
      und Dreck verstopft worden. Und das Wasser wieder abpumpen können Sie sich abschminken. Das funktioniert nicht.“

      „Und pumpen wir es nicht ab, können die Verunfallten ertrinken,“ ergänzte der Assistent von Launtrie. „Und wenn das nicht, werden
      die beiden Verletzten nass. Gar nicht gut.“

      „Dann muss die Menge des Wasser gering gehalten werden,“ gab der Captain seine Idee noch nicht auf. „Ich werde mich mit dem Hersteller in Verbindung setzen und fragen, wie viel Wasser nötig ist. In der Zwischenzeit können wir trotzdem die Sprühgeräte und das Pulver vom Stützpunkt herbringen lassen. Wir waren mit unseren Test noch nicht fertig und haben daher noch etwas auf Lager.“

      „Gute Idee,“ Lynch winkte seinem Major. „Meyer helfen Sie dabei, das Zeug mit einem Hubschrauber herbringen zu lassen.“

      Zu Gibbs gewandt meinte der Chief nachdenklich. „Gleich ist Ihr Anruf fällig. Fragen Sie Ihren Mann, ob er Stahlträger über sich sieht.
      Wir sollten die Lage kennen, um so ausmachen zu können, ob es dort Stabil ist. Außerdem beschäftigt es ihn.“

      Der Seniorermittler nickte Sorgenvoll. Hoffnung und Hoffnungslosigkeit wechselten sich ab mit einer atemraubenden Geschwindigkeit. Wie lange würden sie alle das noch durchhalten?

      Ein Blick zu Abby und Ducky, als er vor dem Zelt war, lies ihn Zweifeln. Bestimmt würde bald jemand zusammen brechen.


      Kapitel 27

      Haben wir was?

      54:10 Stunden vor Stunde 0

      McGee und DiNozzo kamen in ihrem Büroabschnitt an und setzen sich schweigend an ihre Schreibtische.

      Immer noch dachte Tony über seine sogenannten Mobbingattacken nach. Er konnte es nicht fassen, das sein Kollege seine Scherze so sah. Wie sollte er damit umgehen? Was konnte er tun, um wieder den alten Zustand herzustellen? Wäre Ziva doch nur hier. Sie hatte schon mal
      für Frieden gesorgt. Eigentlich ja ein Widerspruch in sich. Eine Ex-Mossadagentin sorgt für Frieden. Ob er Gibbs einweihen sollte? Allerdings riskierte er dann auch eine Verwarnung.

      Tim hingegen überlegte, ob er nicht zu drastisch geworden war. Tony kannte er gut genug um an dessen Verhalten zu merken, das ihn seine
      Aussage über das Mobbing sehr getroffen hatte. Andererseits wurde es mal Zeit, seinem Kollegen die Dinge klar zu machen. So sollte es
      einfach nicht weitergehen. Er war ein guter Agent und da wollte er sich von seinem Partner nicht weiterhin wie ein Anfänger behandeln
      lassen. Also würde er hart bleiben.

      Bevor Beide weiter grübeln konnten, kam ihr Boß mit einem Kaffee um die Ecke. „Was habt Ihr?“

      „Harway hat eine Datei mit den Seriennummern von Maschinengewehren des Typs MR556A1 von Heckler & Koch abgespeichert. Der Zweck ist mir noch unbekannt. Ich checke die Inventarlisten der Navy. Vielleicht erhalte ich da einen brauchbaren Hinweis.“ Bei diesem Bericht hatte der junge Agent nicht einmal aufgesehen.

      DiNozzo ergänzte: „In einer anderen Datei hat der P.O. die Modellmaße von Frauen aufgeführt. Ich könnte mir zwar im Gegensatz zu McGee einen Sinn vorstellen, aber ich bezweifle, das es uns zu seinem Mörder führt. Trotzdem überprüfe ich auch das.“

      „Abby hatte einen Zettel mit Zahlen gefunden,“ überlegte der Chefermittler. „Wenn es Koordinaten sind, liegen sie im Wasser.“ Dabei überging er geflissentlich die Bemerkung über die zweite Tabelle.

      „Denkst Du an Waffenschmuggel, Boß?“ fragte der Senior Field Agent aufmerksam. Schließlich konnte das ein Motiv ergeben.

      Auch Tim stieg darauf ein. „Dann werde ich die Waffen auf militärischen Schiffen in der Nähe dieser Koordinaten zuerst prüfen. Das grenzt
      die Suche etwas ab und wenn wir recht haben, müsste ich schnell ein Ergebnis bekommen.“

      Gibbs schürzte kurz die Lippen während er den Kaffeebecher vor sich auf dem Tisch abstellte. „Im Verhör hat Cortwell einen dunkelblauen
      SUV erwähnt, in dem zwei Männer mit militärischem Haarschnitt eingestiegen sind. Sie kamen aus der Gasse, in der er kurz darauf den
      Toten fand und ausraubte.“

      „Was ist mit dem Kennzeichen?“ fragte der Computerspezialist sofort.

      Bereitwillig gab der Silberhaarige Auskunft: „Washington 537 und dann noch 3 Buchstaben.“

      „Starte Suche,“ gab der Nerd bekannt.

      „Cortwell hat den Raub des Geldes zugegeben?“ Der Chefermittler bestätigte die Vermutung seines ältesten Agents mit einem Nicken.

      Was Tony mit einem zufriedenen Lächeln zur Kenntnis nahm und nach Cheryll fragte. Schließlich sollte die kleine inzwischen auch hier
      gewesen sein. In ihrer Haut wollte er auf jeden Fall nicht stecken. Der Colonel war mehr als Sauer gewesen.

      „Hat es Faustdick hinter den Ohren,“ meinte Gibbs nachdenklich. „Dich lasse ich auf keinen Fall in ihre Nähe.“

      „Was...,“ kam es von dem Angesprochenen, der mit größter Unschuldsmiene auf sich selbst zeigte. „Ich tue ihr bestimmt nichts. Sie ist erst 18.“

      „Du ihr nicht. Sicher. Aber sie Dir!“

      Der verblüffte Blick war den Satz wert, dachte sich der Silberhaarige und schmunzelte ein klein wenig.

      „Ich habe zwei SUVs, die passen könnten.“ Auf dem Schirm projizierte Timothy die Halter der Wagen.

      Seine Kollegen stellten sich davor auf und betrachteten die Führerscheine.

      „Samather Fox ist Speditionskauffrau bei Nanno Import&Export und hat den Wagen von der Car & More Company geliehen. Sie fährt ihn seit 5 Monaten. Der andere Wagen gehört Sergeant Akim Horndahl, der in Quantico stationiert ist. Seine Akte ist tadellos. Mehrere Afghanistan Einsätze. Hohe Auszeichnungen.“

      „Wir teilen uns auf,“ meinte der Chefermittler ernst. „Ihr Beiden fahrt zu Fox.“

      „Wen nimmst Du mit?“ erkundigte sich DiNozzo Stirnrunzelnd.

      Kurz schaute ihr Boß zum Tisch von Ziva. Es fehlte ihnen ein Agent wurde ihm wieder schmerzlich bewusst. „Boromir.“

      „Kann ich mit Boromir zu Fox fahren?“, ließ sich Tim gespannt vernehmen. Heute hatte er einfach keine Lust mehr, das Geplapper seines Partners zu ertragen.

      Überrascht sah der Silberfuchs seinen jüngsten Agent an und dann seinen SFA. Heiland. Hatten die zwei sich schon wieder gezankt? Nach den Gesichtern zu urteilen, war da was im Busch. Aber vielleicht war es gut, wenn sie etwas Abstand bekamen und DiNozzo würde ihm sicher das Problem erläutern. „Okay.“
      Live Long and prosper
      Ute
      :thumbup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 15 mal editiert, zuletzt von „ziva-ute“ () aus folgendem Grund: Kapitel 27 am 14.06.16