[NCIS] Abschied (Mibbs - FS 5x03 "Ex-File")

      [NCIS] Abschied (Mibbs - FS 5x03 "Ex-File")

      Titel: (Mibbs) Abschied
      Autor: Kathrin
      Charaktere: Mibbs (Hollis Mann + Gibbs)
      Beta: :) Extraknuddeleinheit an Mrs. Mallard :thumbsup:
      Disclaimer: Die Charaktere der Story basieren auf der Serie „NCIS“ (dtsch. Titel: Navy CIS). Die Geschichte entstand aus reinem Spaß an der Serie und am Schreiben. Sie dient nicht zu kommerziellen Zwecken. Mein einziger Lohn sind hoffentlich viele nette Feedbacks

      Inhalt: Fortsetzung der Schlussszene aus Folge 5x03 „Ex-File / Dreieck“ aus Hollis Sicht nachdem sie in Gibbs Keller die Kassette mit den Stimmen von Shannon und Kelly gehört hat

      Kommentar:
      Ich weiß es gibt schon X-Fortsetzungen zu dieser Folge. Trotzdem kribbelte es mich vor längerer Zeit in den Fingern die Geschehnisse einmal aus Hollis Sicht zu beleuchten. Die Story entstand allerdings bevor ich die Wiedersehensfolge „11x12 „Kill Chain /Tod aus der Luft“ gesehen habe und wurde erst vor kurzem aus meinem Schreibtisch entstaubt.

      Abschied
      nehmen ist ein Ende, das gleichzeitig den Neuanfang in sich birgt

      Wie erstarrt stehe ich in Jethros Keller. Das Tonband ist verstummt und doch klingen die Stimmen seiner Frau und seiner Tochter mir weiter im Ohr. „Ich hab dich lieb, Daddy!“- „Bis dann, Jethro, du fehlst uns...“. Die Trauer, die mich überkommt, ist nur schwer zu ertragen. Meine Hände zittern. Der Schmerz steigt unaufhaltsam in mir auf und die Stille um mich herum wird auf eine befremdliche Art bedrückend. Ich höre das Rauschen meines Blutes und das Schlagen meines Herzens. Doch die Trauer, die mich gefangen nimmt, liegt nicht allein an den Worten die ich gehört habe, sondern vielmehr in ihrer Bedeutung.
      Ein Geräusch holt mich wieder in die Gegenwart. Gibbs ist zurückgekommen. Er hat sich still auf die Treppe gesetzt, seinem Mund entfährt ein halb keuchender, halb seufzender Ton. Ich lehne mich Halt suchend an sein Boot und es fällt mir schwer meine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Unbewusst streiche ich mit den Fingerspitzen über die raue Maserung des Holzes und blicke mit Tränen in den Augen zu ihm auf. Sein trauriger Blick bohrt sich in mein Herz und ich ahne was in ihm vorgeht. Mit jedem Satz und jedem gehörten Wort von der Kassette ist der Schmerz des Verlustes für ihn in geballter Ladung zurückgekehrt.
      Gibbs Atem geht schwer. Er presst fest die Lippen zusammen und nimmt offenbar gar nicht wahr, dass ich weine. Er starrt stumm ins Leere und versucht, durch mich hindurch zu sehen. Doch seine Augen können nicht von mir lassen, nur um sie wieder wehmütig zu senken und das schmerzliche Spiel von neuem zu beginnen. Immer wieder wandert sein Blick zu mir hinunter. Ich spüre seine Trauer und hoffe, dass unsere Blicke sich finden damit wir mit der inneren Leere brechen können. Dass wir nicht so verloren wirken, nicht so machtlos den uns überrollenden Gefühlen ausgeliefert sind und schnellstmöglich wieder zur Besinnung kommen. Doch ich bin nicht fähig, klar zu denken. Ich stehe nur da, sehe ihn an und nehme das Schlagen meines Herzens wahr, bis ich als Erste das Schweigen breche.
      „E-es tut mir Leid. I-ich hatte keine Ahnung...“, beginne ich zögerlich und weiß, dass kein Wort und keine Geste es ungeschehen machen kann. Für einen Moment hat es den Anschein, als hätte Gibbs mich nicht gehört. Doch dann schüttelt er den Kopf, schließt die Augen und scheint wie betäubt. Zögerlich gehe ich die Treppe hinauf und setze mich schweigend neben ihn. Ich kann sehen, wie er die Hände fest ineinander drückt und seine Wangenknochen vibrieren. Er kämpft mit den Tränen und der Schmerz hüllt ihn ein.
      Mir fehlen noch immer die Worte und ich habe Angst, etwas Falsches zu sagen. Trotzdem möchte ich ihm das Gefühl geben nicht allein zu sein. Ich muss es wenigsten versuchen, denn ich würde das als schlimmer empfinden, als gar nichts zu tun und seinen Schmerz zu akzeptieren.

      Keiner spricht ein Wort. Sekunden und Minuten verstreichen, in denen wir regungslos beieinander sitzen. Vorsichtig schiebe ich meine Finger zwischen seine und legt den Kopf an seine Schulter. Ich spürte seinen schweren Atem über meine Wange streichen und das Zittern seines Körpers.

      Mit traurigem Blick sieht Gibbs mich an, entdeckt das schwache Lächeln auf meinem Gesicht. Er seufzt leise. Auch wenn es nicht den Anschein macht, meine Nähe und mein Schweigen tun ihm gut. Trotzdem fühlt er sich offenbar hin und her gerissen zwischen dem Wunsch mit seinem Schmerz allein zu sein und dem Wunsch, den Schmerz gemeinsam mit mir zu vertreiben. Alles um sich herum zu vergessen und zu verdrängen. Nach Halt suchend schlingt Jethro die Arme um mich, streichelt meinen Hals und fährt zärtlich mit den Fingern durch meine Haar.
      Ich ahne, dass es nicht das erste Mal ist, das er versucht auf diese Art zu vergessen. Dass es vor mir schon viele Arme, Hände und weiche Frauenkörper gab bei denen er Vergessen gesucht hat, ihm jedoch nie jemand so nah wie ich gekommen ist. Dass nie zuvor eine Frau diesen Schmerz so bewusst mit ihm geteilt hat wie ich.

      Zögerlich, dann etwas mutiger erwidere ich seine Berührung. Die Angst, etwas falsch zu machen, ist verflogen und das Verlagen ihn zu halten übermächtig. Meine Hand wandert zu seinem Kinn und weiter zu seinen Lippen. Dann küsse ich ihn, zuerst flüchtig, wobei meine Lippen seine kaum berühren, dann immer leidenschaftlicher. Gedankenverloren beginnt er meine Liebkosungen zu erwidern. Er lässt seine Hände auf meinen Rücken hinunter gleiten und zieht mich fest an sich. Den Kopf an meinem Hals vergraben, nimmt er den Duft meines Parfums in sich auf. Stöhnend schiebe ich ihn ein Stück von sich. Mein Puls rast und mein Atem geht schnell. Ergriffen von einem nicht kontrollierbaren Zittern nehme ich seine Hand und ziehe ihn mit nach oben. In der Diele brennt noch Licht und Jethro bleibt auf der Schwelle zum Wohnzimmer stehen. Ein matter Lichtschimmer dringt in den Raum. Er macht Anstalten die Tür zu schließen, doch ich schüttle den Kopf. Ich will ihn sehen, will, dass er mich sieht, während ich langsam beginne ein Kleidungsstück nach dem anderen abzulegen. Ich will, dass er alle trüben Gedanken vergisst und sich in diesem Augenblick verliert. Alles um mich herum vergessend versinke ich im Blau seiner Augen und genieße reglos seine sichtliche Erregung. Langsam gehe ich näher, liebkoste ihn sanft – seine Brust, seine Schultern, seine Arme. Dann trete ich einen Schritt zurück und sehe zu, wie er unruhig seine Sachen ablegt und zu Boden fallen lässt. Erst als er ebenfalls nackt ist, trete ich wieder näher und streiche um ihn. Küsse zärtlich seine Schultern, seinen Nacken, seinen Rücken.

      Ergriffen von erwartungsvoller Erregung geniest Jethro die Feuchtigkeit meines Mundes auf seiner Haut. Alle seine Sinne sind auf das Äußerste angespannt und sein Verlangen kennt keine Grenzen. Das Ende dieses Abends liegt schon lange nicht mehr in unserer Macht und es kümmert weder ihn noch mich. Niemand kann sagen, ob und wie es mit uns weitergehen sollt. Was geschehen ist, ist geschehen und was geschehen wird, wird geschehen.

      ***

      Als ich am nächsten Morgen aufwache, ist der Platz an meiner Seite leer. Es dauert einen Moment bis ich realisiert habe, was am Abend geschehen ist. Bisher haben Jethro und ich kein einziges Wort über die Kassette und seine Familie verloren. Wir haben geschwiegen und uns mit einer bisher nicht erahnten Heftigkeit geliebt – jede Berührung heißer und elektrisierender als die vorangegangenen. Es war ein verzweifelter Liebesakt, bei dem sich jeder schmerzlich der Lust und des Empfindens des anderen bewusst gewesen war. Es war, als hätten wir die Furcht vor der Zukunft und den Schmerz der Erinnerungen in Form einer Leidenschaft, die uns unvergesslich bleiben sollte, vertreiben wollen.

      Da Gibbs Sachen verschwunden sind, schlüpfe auch ich rasch in mein Kleid und begebe mich auf die Suche nach ihm. Das Haus ist kalt und mir fröstelt. In der Küche gurgelt einsam die Kaffeemaschine und verbreitet einen angenehmen Duft. Obwohl ich hoffte Gibbs dort zu finden, gibt es neben diesen nur einen einzigen Ort wo er sein kann. Leise betrete ich die Treppe zum Keller und sehe ihn an seine Werkbank gelehnt stehen. Eine Kaffeetasse steht neben dem Kassettenrekorder und sein Blick ist starr in den Raum gerichtet.

      „Hallo“, rufe ich unsicher und Jethro blickt zu mir auf. Er nickt nur stumm und beobachtet wie ich näher komme. Er wirkt elend und erschöpft. Nichts scheint geblieben vom Rausch der Nacht und die Erinnerung an Shannon und Kellys Stimmen hängen wie ein Damoklesschwert im Raum. Gibbs Blick verrät mir, dass er weiß, dass ich eine Antwort will und mich dieses Mal nicht mit einem „Ich habe es überwunden“ abspeisen lassen werde.
      „Geht es dir gut?“, frage ich ihn geradeheraus und sehe wie er zu Boden blickt. Nein, wäre eine einfache Antwort gewesen, die er jedoch nicht über die Lippen bringt. Ebenso wenig wie jedes andere Wort. Sein Wunsch allein zu sein, ist diese Mal offenbar mächtiger als alles andere und hinderte ihn auf mich zu zugehen.

      Verunsichert durch sein Schweigen berühre ich ihn sanft und streiche durch seine grauen Haare. Als er auch darauf nicht reagiert, ziehe ich langsam die Hand zurück. Es tut mir weh, ihn so verloren und einsam zu sehen. Hat die letzte Nacht denn nichts zu bedeuten? Gibt es denn nichts, was wir einander zu sagen haben? Ohne ihn anzublicken, nehme ich die Kassette aus dem Gerät und lege sie neben ihn auf den Tisch. „Ich habe mir nichts dabei gedacht. Ich war sogar erstaunt, dass du hier unten Musik hörst“, beginne ich vorsichtig, und meine Stimme klingt als würde sie von weither kommen. „Ich weiß, wie viel die beiden dir bedeutet haben und wie schwer ihr Verlust für dich sein muss. Ich weiß es, weil mir seit ich dich kenne klar geworden ist, wie einsam ich all die Jahre war.“ Ich blicke ihn an und greife nach seinen Händen, die er regungslos vor sich liegen hat. „Ich habe noch nie für jemanden so viel empfunden wie für dich.“

      Schweigend beobachtet Jethro mein Gesicht. Seine blauen Augen fixieren meine. Es fällt ihm offensichtlich schwer darauf etwas zu erwidern oder mich einfach in die Arme zu schließen. Ich mustere ihn aufmerksam. Doch statt mir eine Antwort zu geben, geht er auf Abstand, zieht seine Hände aus meinen und verschränkt die Arme vor der Brust.
      Als er noch immer nichts sagt, fahre ich fort: „Als ich gestern Abend bei dir blieb, habe ich anfänglich gezögert, weil ich mir nicht sicher war, ob du und ich das wirklich wollen. Ich habe mir gewünscht, dass du mich willst, Jethro. Ich habe gehofft, dass du mich unsertwegen geliebt hast, und nicht weil du vor etwas fliehen wolltest." Meine Stimme verliert sich. Ich mache eine kurze Pause und hole tief Luft.
      "So sag doch was, Jethro", bitte ich ihn und mein Herz krampft sich zusammen. Fast widerwillig schüttelt er den Kopf und blickt starr auf die kleine Kassette.
      Seine Reaktion tut mir weh, nicht nur weil er schweigt, sondern vielmehr weil es mir vorkommt, als wolle er unsere Beziehung hier und jetzt beende. Unwillkürlich fühle ich Wut in mir hochsteigen.
      "Oh ja, ich verstehe. Du konntest die Zeit mit mir genießen, weil du wusstest, es würde irgendwann so kommen... und alles ist wieder wie vorher." Ich sehe ihn prüfend an und frage gerade heraus: „Sei ehrlich, Jethro. Hatten wir zwei je eine Chance?"
      Uns ist bewusst, dass das der Augenblick der Wahrheit ist. Ich stellte die befürchteten Fragen, auf die er mir keine Antwort geben wird. Auf die er nicht antworten will.

      „Holli, ich...“, beginnt Jethro zögerlich. Es fällt ihm sichtlich schwer, die richtigen Worte zu finden und er kämpfte mit sich, nicht einfach davon zu laufen. Mein trauriger, erwartungsvoller Blick erleichtert es ihm auch nicht gerade. Automatisch tritt er ein Stück beiseite und bringt einen größeren Abstand zwischen uns. „Du verstehst nicht..." Mitten im Satz bricht er ab und weicht meinem Blick aus.
      Ich sehe ihn verwirrt an. „Jethro, was? Was verstehe ich nicht?“, frage ich mit ängstlichem Unterton und bin mir nicht sicher, ob ich die Antwort überhaupt hören will.

      Jethro antwortet nicht direkt und sieht durch mich hindurch. „Ich weiß, dass du mich liebst und gerade das macht alles so schwer. Ich habe dich auch furchtbar gern, aber...“ Er macht eine kurze Pause und bricht erneut mitten im Satz ab. „Ich bin mir nicht sicher, ob...“ Ratlos hebt er die Schultern und sieht mich wieder schweigend an.

      Ich bin wie vor den Kopf geschlagen. Nein ich verstehe es nicht. Was will er mir damit sagen? Dass unsere gemeinsame Zeit ein Fehler war? „Was, Jethro?“, frage ich enttäuscht und blicke ihm fest in die Augen. „Du bist dir nicht sicher, ob du schon so weit bist?“
      Gibbs seufzt leise und schließt die Augen. Er will ganz offensichtlich von alledem nichts hören. Er will nicht darüber nachdenken und erst recht nicht darüber reden. „Holli, es gibt keine Garantien im Leben und ich kann dir so etwas auch nicht geben“, erwidert er mit heiserer Stimme und wünscht sich sichtlich ich würde ihn in Ruhe lassen, aufhören zu bohren und einfach akzeptieren.

      Seine Worte machen mir Angst. Nein, ich will keine Garantie. Ich will nur wissen, ob er uns eine Chance gibt. Ich will wissen, dass meine Gefühle für ihn nicht umsonst waren. Tapfer kämpfe ich gegen die Tränen an, fest entschlossen, nicht schon wieder vor ihm zu weinen.
      „Als ich dich gestern im Fahrstuhl nach Shannon und Kelly fragte, habe ich an deinem Blick sofort erkannt, dass du sie immer noch liebst. Und dann stand – trotz aller Leidenschaft – gestern Abend wieder der gleiche Ausdruck in deinen Augen. Du hast Angst, Angst es könne sich jemand zwischen dich und deine Familie drängen. Jemand, der dich ebenso liebt wie sie dich geliebt haben. Was? Bitte verrate mir, was ist so schlimm daran?“ Wieder trete ich näher und lege die Hände auf seine. „Du bist, wie du bist, Leroy Jethro Gibbs. Du bist ein Mann, der von ganzem Herzen lieben kann und das für immer und ewig. Aber wie sehr ich dich auch liebe Jethro, wie sehr ich mir auch wünsche, dass du mich liebst – ich glaube nicht, dass du Shannon je vergessen wirst.“ Ich hole tief Luft und schlucke schwer. „Das würde ich niemals von dir verlangen, aber ich möchte mich nicht ein Leben lang fragen, ob ich mich mit ihr messen kann. Ob ich nicht nur ein wärmender Ersatz in der Nacht und ein bloßer Zeitvertreib für dich bin.“

      Gibbs sieht mich erschöpft an. Ähnliche Gespräche hat er vermutlich schon mehr als einmal mit seinen Ex-Frauen geführt. Gespräche die, wie ich schmerzlich erahne, immer auf das Gleiche hinausliefen. Er zieht sich zurück, verbarrikadiert seine Seele hinter einer Schutzwand und stößt die Frau, die ihn liebte, zurück.
      Noch immer kommt keine Reaktion von ihm und ich weiß nicht mehr weiter. Ich sehe meine Kraft und die Hoffnung, um ihn zu kämpfen schwinden. „Ich wünschte, du würdest wenigstens versuchen uns eine Chance zu geben. Wenn du mich jetzt einfach in den Arm nehmen und bitten würdest zu bleiben, könnte ich glauben, dass du es ebenfalls willst. Dann könnte ich sicher sein, dass meine Hoffnung nicht umsonst ist.“ Mir versagt die Stimme und die mühevoll zurück gehaltenen Tränen bahnen sich ihren Weg über meine Wangen.

      Seine blauen Augen streichen sanft über mein nasses Gesicht. Doch er bleibt wie angewurzelt stehen und sieht mich schweigend an. Er schafft es nicht über seinen Schatten zu springen. Stattdessen verschränkt er erneut die Arme vor der Brust und gibt mir zu verstehen. „Holli, es tut mir Leid, doch manchmal genügt Liebe allein nicht.“

      Seine Worte treffen mich wie eine Ohrfeige und ich bin krampfhaft bemüht, meine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Doch was überrascht mich so sehr daran? Jethro ist der loyalste Mann, den ich bisher kennen gelernt habe. Er ist ein Mann der seine Gefühle immer geschickt zu verbergen weiß. Eine Eigenschaft die ich an ihm liebe und akzeptiere. Trotzdem verstehe ich nicht warum. Warum hat er dieses Mal nicht einfach geschwiegen und uns mit einer Geste oder einem Blick eine Chance gegeben? Warum lässt er es so enden?

      Schnaufend wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht. Meine Stimme zittert. „Mit tut es auch Leid, Jethro. Für dich und für mich. Du hast mein Leben um etwas bereichert, das mir seid langem fehlte. Vielleicht könnten wir sogar einfach weitermachen wie bisher und glauben, alles sei gut und nichts geschehen. Aber wir wissen beide, es würde nicht gut gehen. Ich kann nicht mithalten mit ihnen. Ich kann sie nicht ersetzen, nie. Und wie sehr ich mir auch wünsche, dass wir zusammen bleiben – Ich kann es nicht, weil du es nicht kannst.“ Mit diesen Worten gebe ich ihm einen Kuss zum Abschied. Erst als ich auf der obersten Stufe der Kellertreppe bin, gönne ich mir einen Augenblick inne zu halten und meine Gedanken zu sammeln. Aber die Gewissheit, dass er sich gegen mich entschieden hat, schmerzt zu sehr als das ich den Mut finde nicht zu gehen. Eilig verlasse ich sein Haus, nicht sicher, ob ich es jemals wieder betreten werde. In diesem Moment will ich nur weg, weg von allem was daran erinnerte, was ich gerade verloren habe. Es spielt keine Rolle, dass ich kopflos ins Freie stürze. Es ist mir egal, dass es zu regnen begonnen hat und ich minutenlang regungslos im Regen stehe. Vielleicht hilft es ja, den Schmerz und die Tränen, die haltlos über mich hereinbrechen, fort zu spülen. Als ich meinen Wagen erreiche, zittert meine Hand bei dem Versuch, den Schlüssel in das verdammte Schlüsselloch zu stecken. Ich schließe die Augen und hole tief Luft. Endlich rutscht das blöde Ding in die Vertiefung, und ich reiße die Tür auf. Er hat sich gegen mich entschieden! Ich werde diese schmerzhafte Erkenntnis nicht los. Meine Hände schließen sich fest um das Lenkrad, denn mir ist schmerzlich bewusst, dass ich nicht die Frau bin die er will. Nichts ist für die Ewigkeit. Das habe ich in jenem Moment gespürt, als ich die Trauer in seinen Augen sah. Trotzdem habe ich bis zur letzten Minute gehofft, sie ihm irgendwann nehmen zu können. Seufzend lasse ich den Motor anspringen und rolle auf die Straße ohne einen Blick zurück. Vielleicht... ja vielleicht werde ich ihn, wenn es nicht mehr so weh tut, aufsuchen. Oder aber ich rufe ihn an. Irgendwann wenn die Zeit reif dafür ist.

      „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“
      - Oscar Wilde -

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Agent-Mibbs“ ()

      Huch?!?! Eine Mibbs?! An die kann ich mich gar nicht mehr erinnern!! :D :D Umso mehr freue ich mich natürlich jetzt, sie zu lesen (und zwischendurch wurden Erinnerungen wach... ja, die habe ich schon mal gelesen. Ist aber schon lange her....)
      Wie auch immer, die Story gefällt mir sehr gut, vor allem das Ende. Es wäre ja auch zu einfach, wenn es anders wäre. Und das Zitat am Schluss sagt eigentlich alles, was dazu gesagt werden muss. :)
      Schön, wieder eine Mibbs-Story. Die lese ich sehr gerne. Ich konnte mir das alles vorstellen wie es in der Folge hätte sein können. Sehr schön geschrieben.

      Grisu112 schrieb:
      Schade, dass "Ein Wintermärchen" unvollendet geblieben ist


      dem kann ich mich nur anschließen....



      Dieses tolle Set ist von Saphira :thumbup:
      Vielen Dank für Euer nettes Feedback. Ich freue mich sehr, dass Euch meine kleine Mibbs gefällt :D

      @Mrs.Mallard
      *FREU* 8o das Du dich an die Story erinnern konntest. Es ist wirklich schon eine kleine, gefühlte Ewigkeit her :rolleyes:

      @Grisu112 & @laborfledermaus
      8) Es ist schön das Ihr Euch an das "Wintermärchen" erinnert. Sorry tut mir auch im Namen von Mrs.Mallard leid, dass die Story unvollendet geblieben ist. Doch zum Schluss war aus zeitlichen Gründen leider die Luft bei uns raus und wir hätten, bei Kapitel 71 (so wie auf fanfiction.de) CUT machen sollen...

      LG Kathrin
      Hallo Kathrin,

      diese Geschichte ist scheinbar vollkommen an mir vorbeigegangen. Umso schöner, dass ich sie heute gefunden habe. Ich habe gerade große NCIS-Sehnsucht. *lach* und durchschmöker alte Geschichten. Es gibt leider kaum neuere, von unbekannten Autoren mit interessantem Inhalt - schade.

      Aber nun zu deinem wunderbaren Leckerbissen. Man ahnt ja beinahe schon zu Beginn worauf es hinausläuft (vor allem wenn man weiß, dass du immer recht nah an den Serienvorgaben bleibst), und dennoch entführst du den Leser tief hinein in die Gedanken- und Gefühlswelt unserer Helden. Natürlich, diese eine Szene, die wohl jedem Mibbser durch Mark und Bein gegangen ist ... Und doch bereitet sie eine Gänsehaut. Gibbs auf der Treppe, wie erschlagen und in Hollis Blick diese Vorahnung auf das was kommen mag. Die Geschichte, die du nun rund um diese Szene hast erstehen lassen, fügt sich nahtlos ein und ist schmerzlich nachvollziehbar. Gibbs ist, wie gewohnt aus deiner Feder, einfach Gibbs durch und durch und selbst bei der erotischen Sequenz der Geschichte spürt man beinahe die wachsende Distanz der Beiden.

      Es war wunderbar mal wieder eintauchen zu können in deine Mibbs-Welt. Vielen Dank für diese weitere wunderbare Geschichte über Gibbs und Hollis.

      Liebe Grüße
      Kristina
      Liebe Kathrin,

      Vielen Dank für diese wundervolle Story. Ich habe in den letzten Wochen wieder angefangen, NCIS zu schauen und ganz bewusst alle Folgen mit Hollis hinter einander geschaut. So gerne ich die Folge 5x03 auch mag, das Ende ist so traurig. Diese Szene im Keller so entgültig. Mir hat immer eine weitere Folge gefehlt, in der die beiden sich aussprechen können. Ja, hahaha, Gibbs und Aussprachen! - Ich weiß. Aber trotzdem. Für mich war dieses Ende der Beziehung im Keller irgendwie kein Ende und ich bin sehr froh, jetzt deine Story gelesen zu haben, die genau die Art von Ende und Abschied ist, der mir in der Serie gefehlt hat.

      Liebe Grüße
      Leo


      I got lost on the way, but I'm a supergirl and supergirls don't cry.
      Hallo Ihr Lieben,
      danke für Euer nettes Feedback. Ich freue mich sehr das Ihr meine kleine Mibbs gefunden habt und sie euch gefällt. :)

      Mein NCIS-Fieber ist momentan leider etwas erloschen, aber wenn es wieder aufflackert, dann geht es mir bestimmt so wie Dir Leo und ich schaue mir alle Folgen mit Hollis und Gibbs in einem Ritt an. Mal sehen vielleicht schaffe ich es dann auch noch irgendwann meine angefangenen Geschichten fertig zu schreiben. Bis dahin geniese ich Eure alten und neuen Storys :thumbup:

      LG Kathrin
      Liebe @Agent-Mibbs

      Vielleicht können wir dir durch unser FB ja ein wenig Laune auf die Folgen mit Hollis machen. Die sind wirklich wunderschön!
      Ich würde mich nämlich sehr über neue Stories von dir freuen! Und bis es soweit ist, lese ich halt die alten FFs von @stillcrazy allesamt noch einmal.

      Liebe Grüße. Schön, dass es noch so viele alte Bekannte hier im Forum gibt! <3
      Leo


      I got lost on the way, but I'm a supergirl and supergirls don't cry.