Eiszeit - Fortsetzung 29.09.14

      Eiszeit - Fortsetzung 29.09.14

      Name der Fanfiction: Eiszeit

      Autor: peppi1209

      Genre: Liebe, Drama

      Dieser SC ist ein Auszug aus meiner FF "family affairs", deren erster Teil bereits in diesem Forum zu finden ist. Ich schreibe hin und wieder immer noch daran weiter. Es ist meine persönliche "neverending story"


      Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an Navy CIS
      gehören CBS, Paramount und Belisarius Productions. Diese Fanfic wurde
      lediglich zum Spass geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen.
      Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden und toten Personen sind zufällig und
      nicht beabsichtigt. Alle weiteren Charaktere sind Eigentum des Autors.


      EISZEIT

      Instinktiv tastete Jo im Halbschlaf nach dem Körper, der normalerweise neben ihr lag, doch das Bett war leer. Sie öffnete schläfrig die Augen und schaute sich in dem dunklen Schlafzimmer um. Es war leer. Müde setzte sie sich auf und suchte nach dem Schalter an der Nachttischlampe. Und als das Zimmer beleuchtet wurde, schaute sie auf ihre Armbanduhr – es war kurz nach vier. Eine Zeit, zu der selbst Jethro normalerweise noch schlief. Ratlos setzte sich auf. Ihr war schon seit ein paar Tagen aufgefallen, dass er sehr introvertiert war und sie befürchtete schon, dass er die Entscheidung mit ihr zusammen zu sein, bereuen könnte. Sie kannte ihn lange genug und wusste, dass es kein gutes Zeichen war, wenn er sich in sich zurückzog.
      Für den Bruchteil einer Sekunde überlegte Jo sogar schon, ob sie nicht direkt gehen sollte ohne mit ihm darüber zu sprechen. Schließlich war er nicht der große Redner. Aber andererseits wollte sie auch wissen, wie es um ihre Beziehung stand.

      Sie beschloss, das Gespräch nicht weiter aufzuschieben, verließ das Bett und stieg die Treppe hinab in Richtung Keller. Wie sie vermutet hatte, war er hier und bearbeitete das Holz, das den Rumpf seines zukünftigen Bootes darstellte, mit Schmirgelpapier.
      Er arbeitete so konzentriert, dass Jo sich zuerst nicht sicher war, ob er ihre Anwesenheit bemerkte, doch sie stand so nah neben ihm, dass er sie sehen musste. Dennoch sagte er kein Wort und ein unangenehmes Gefühl machte sich in Jocelyn´s Magengegend breit.

      „Du kannst wohl nicht schlafen?“ begann sie das Gespräch mit ihm und bekam als Antwort nur ein leises Grummeln. Sie musterte den Mann eindringlich von der Seite und ihr Herz wurde schwer bei dem Gedanken, dass Jethro nicht der Mann war, der gerne über seine Gefühle sprach. Ihre Schwester hatte sie vorgewarnt. Hatte ihr gesagt, dass sie irgendwann an seiner Art verzweifeln würde. Aber Jo wollte nicht auf sie hören. Sie glaubte, dass Diane nicht die richtige Frau für ihn war und dass sie selbst viel besser mit ihm harmonieren würde. Doch offensichtlich hatte sie sich geirrt.
      Als er bemerkte, dass sie ihn anstarrte, hielt er für einen Moment in seiner Arbeit inne, schaute sie genervt an und fragte in einem sehr gereizten Ton nur: „Was?“

      Jo schaute in seine stahlblauen Augen. Sie wollte etwas erwidern, aber die Wärme, die sie normalerweise in ihnen sah, war verschwunden. Sie atmete tief ein, doch bevor sie sich ihre Antwort zurecht gelegt hatte, sagte er nur leise, aber weniger gereizt zu ihr: „Warum sprichst Du es nicht einfach aus?“
      „Jethro, warum bist Du so?“ fragte sie ihn und meinte damit seine kalte und abweisende Art.
      Er lachte kurz und bitter auf und während er sich wieder an seinem Boot zu schaffen machte, fragte er: „Wie bin ich denn?“
      Jo verschränkte die Arme vor der Brust.
      „Du bist einer der gütigsten und ehrlichsten Männer, die ich kenne. Du bist liebenswert und ich würde Dir in jeder Situation mein Leben anvertrauen. Aber wenn es um Gefühle geht...“
      Jo wartete kurz, ob sie mit dem, was sie bisher gesagt hat, eine Reaktion auslöste, doch Jethro bearbeitete nur weiter sein Boot und schien sie schon wieder komplett ausgeblendet zu haben.

      Sie spürte, dass sie wütend wurde und atmete tief ein, um nicht auszurasten. Eine hysterische Frau war wahrscheinlich das letzte, was er nun um sich haben wollte. Außerdem war sie sich sicher, dass er ihr trotzdem zuhörte.
      „Ich weiß selbst, dass es nicht immer einfach ist, Gefühle zu zulassen. Und ich kann Dir nicht versprechen, dass ich Dich nie enttäuschen werde.“ Langsam ging sie zu ihm und legte ihre Hand auf seine, so dass er ihr seine Aufmerksamkeit schenken musste. Ihre andere Hand legte sie ihm auf seine Wange als Aufforderung, sie anzusehen, welcher Jethro nachkam. Irrte sie sich oder war der Ausdruck in seinen Augen nun sanfter?
      Sie stellte sich auf die Zehenspitzen um ihn zu küssen, doch noch bevor ihre Lippen sein Gesicht berührten, entzog er sich ihr.
      „Ich denke, es ist besser, wenn Du gehst.“ flüsterte er ihr mit einem gequälten Gesichtsausdruck zu.
      „Bitte tu das nicht...“ Jo spürte bereits die ersten Tränen aufsteigen, doch sie wollte nicht, dass er sie weinen sah und schluckte sie schwer hinunter.
      „Es hat nichts mit Dir zu tun, aber... Ich wäre jetzt lieber allein.“
      Sie nickte kurz, drehte sich von ihm weg und ging bereits zur Treppe. Sie drehte sich nicht mehr zu ihm um, denn die Tränen liefen ihr bereits die Wange herunter und sie war zu stolz, um sie ihm zu zeigen. Mit erhobenem Haupt verließ sie den Keller, zog sich im Schlafzimmer nur provisorisch um und verließ das Haus.


      Kaum hatte Jocelyn den Keller verlassen, knüllte Jethro das Schmirgelpapier in seiner Hand zusammen und feuerte den daraus entstanden Knäuel in die Ecke.
      Er konnte einfach nicht aus seiner Haut, doch dieses Mal ärgerte es ihn selbst. Warum bildete er sich immer ein, dass er mit niemandem über den Tod seiner Frau und seiner Tochter reden durfte? Jeder hätte Verständnis dafür, dass er an deren Todestag, der sich heute zum 15. Mal jährte, erneut trauerte.
      Er überlegte angespannt, was er nun tun sollte. Er wusste, er sollte zu ihr gehen und sich entschuldigen, aber er konnte es einfach nicht.
      Als er hörte wie die Haustür ins Schloss fiel, war ihm klar, dass er einen großen Fehler begangen hatte. Eilig stürzte er die Treppe hoch, rannte zur Tür und riss diese auf, doch Jo´s Wagen war bereits auf der Straße und sie konnte ihn nicht mehr sehen.
      Und plötzlich wurde ihm bewusst, dass er die Frau, die er eben fortgeschickt hatte, mit ganzem Herzen liebte.

      ***FORSETZUNG***

      Nachdem Jo das Haus fluchtartig verlassen hatte, empfand sie nicht nur Kummer, sondern auch Wut auf sich selbst. Alle hatten sie davor gewarnt, eine Liaison mit Jethro anzufangen. Diane, Olivia, Fornell – sie alle hatten ihr gesagt, sie solle sich den Mann aus dem Sinn schlagen!
      „Tja, wer nicht hören kann, muss fühlen!“ sagte sie zu sich selbst, während ihre Wuttränen nur sehr langsam versiegten.
      In ihrer Wohnung angekommen, hatte Jo das dringende Bedürfnis zu duschen. Das Wasser war so warm wie sie es ertragen konnte. Sie setzte sich in die Duschtasse und ließ ihrem Kummer und ihren Tränen freien Lauf.
      Fast eine Stunde saß sie so da. Und als das Wasser und ihre Tränen den Kummer etwas fortgespült hatten, fühlte sie sich müde und erschöpft. Sie legte sich in ihr Bett und schlief sofort ein.
      Die junge Frau wusste nicht wie lange sie geschlafen hatte, doch als sie im Halbschlaf war, hörte sie ein Geräusch, welches definitiv aus ihrem Wohnzimmer kam. Sie griff unter ihr Bett, wo sie mit Klebeband eine Sig Sauer angebracht hatte, kontrollierte, ob die Waffe geladen war und schlich langsam auf Zehenspitzen zur Tür. Noch bevor sie die Tür überhaupt erreichte, wurde sie von außen geöffnet und Jo hob die Waffe an, um sofort schussbereit zu sein.
      „Gott, Jethro! Kannst Du nicht wie jeder normale Mensch klingeln und warten, bis Dir jemand die Tür öffnet!“ schrie sie den vermeintlichen Einbrecher an.
      „Hab´s versucht. Aber Du hast ja nicht geöffnet!“ Erst jetzt kam Jo die Erinnerung an die Geschehnisse des Morgens wieder in den Sinn.
      „Ja, ich hab die Klingel ausgestellt und die Türen geschlossen, damit ich kein Klopfen höre. Ich wollte allein sein.“ erklärte sie ihm und legte eine besondere Betonung auf den letzten Satz.
      „Ich...“ begann er und wusste schon nicht mehr weiter.
      „Jethro, warum bist Du hier? Ich denke, wir haben alles geklärt. Und warum trägst Du überhaupt einen Anzug?“ fragte Jo, weil sie auf das Gespräch von morgens nur ungern eingehen wollte. Sie hatte bereits bemerkt, dass der Mann, der ihr gegenüber stand, eindeutig nicht nüchtern sein konnte und sie fragte sich, was dieser Auftritt hier zu bedeuten hatte.

      „Ich würde Dir gerne etwas zeigen. Könntest Du Dir bitte etwas anziehen und mitkommen?“
      Fragend sah sie ihn an und überlegte. Auf der einen Seite war sie glücklich darüber, dass er hier war, auf der anderen hatte sie keine Lust mehr, der Spielball für seine Gefühle zu sein. Doch als sie in sein Gesicht sah und merkte, dass ihm die letzten Stunden ebenfalls sehr zugesetzt haben mussten, gab sie sich einen Ruck.
      „Okay. Ich bin gleich fertig.“ sagte sie zu ihm.
      Gibbs nutzte die Zeit, um einen starken Kaffee zu kochen und als Jo sich umgezogen hatte, stand bereits ein dampfender Becher für sie bereit.
      Sie setzte sich zu ihm auf die Couch und sah ihn unmittelbar an. Er sah schrecklich aus. Der Alkohol und der Schlafmangel hatten seine Augen gerötet und er roch streng nach ausgedünstetem Whisky. Der Anzug und die frische Rasur täuschten nicht darüber hinweg, dass er versucht hatte, seinen Kummer zu ertränken. Jo war zum einen erleichtert, dass sie nicht die einzige war, die gelitten hatte. Dennoch traute sie sich nicht, zu hoffen, dass er sich entschuldigen würde.
      Schweigend tranken sie den Kaffee und verließen die Wohnung. Jo brauchte nicht viele Überredungskünste, um ihn davon zu überzeugen, dass es besser war, wenn sie ihren Wagen nahmen und sie fuhr.
      „Fahr bitte nach Stillwater.“ Ungläubig sah sie ihn an. Sie wollte zuerst protestieren und ihm sagen, dass sein Geburtsort ca. vier Autostunden von D.C. entfernt war, doch stattdessen schwieg sie, startete den Motor und fuhr los.

      Knapp vier Stunden später erreichten sie ihr Ziel nach einer ziemlich schweigsamen Autofahrt. Jo hatte den Eindruck, dass Jethro unruhiger wurde je näher sie seiner ehemaligen Heimat kamen und verschonte ihn mit irgendwelchem unwichtigen small talk.
      Sie stellten den Wagen auf einem kleinen Parkplatz außerhalb des Ortskerns ab und liefen einen angelegten Weg entlang einem kleinen Fluss entlang bis sie zu einem Friedhof kamen.
      Jethro war nun fest entschlossen, ein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Er nahm Jo´s Hand und ging zielsicher durch die Reihen der Gräber.
      Noch bevor Jo ahnen konnte, was der Mann neben ihr vorhatte, standen sie plötzlich an einem Grab. Der Stein war relativ schlicht und aus dunklem Granit. Die Namen der Toten waren eingraviert:

      Shannon Gibbs *29.05.1962 – 25.02.1991
      Kelly Gibbs *16.08.1983 – 25.02.1991

      Jocelyn starrte auf das Sterbedatum und begriff langsam die Zusammenhänge. Schlagartig wurde ihr bewusst, dass Jethros Introvertiertheit nichts mit ihr oder ihrer Beziehung zu tun hatte. Gleichzeitig empfand sie Mitleid und Trauer mit den Menschen, die sie nie kennen gelernt hatte.
      „Warum hast Du nichts gesagt?“ fragte sie ihn traurig und mit belegter Stimme.
      „Ich weiß nicht. In diesem Jahr war es irgendwie... anders.“ antwortete er.
      „Anders als sonst, meinst Du?“
      „Ja.“ sagte er nur und lächelte sie an. Zaghaft legte er einen Arm um ihre Schulter und Jo schmiegte sich an ihn, um ihm zu signalisieren, dass sie die Entschuldigung annahm.
      „Ich war das letzte Mal kurz nach ihrer Beerdigung hier. Damals war ich noch nicht bereit dazu, mich endgültig von ihnen zu verabschieden.“
      „Jethro, ich weiß, dass Shannon und Kelly immer einen Platz in Deinem Herzen haben werden. Und das ist auch gut so.“
      Der Grauhaarige küsste Jocelyn auf den Scheitel und sie wusste, dass es ein ganz besonderer Liebesbeweis war, dass er das hier vor dem Grab seiner Familie tat.
      „Ja, ich weiß.“ antwortete er und man konnte seine Erleichterung deutlich spüren.
      Sie standen noch kurz an dem Grab, bevor sie zurück zum Auto gingen.
      Nachdem sie die ersten Kilometer gefahren waren, schaute Jo Gibbs an. Er sah zufrieden und glücklich aus.
      „Erzähl mir von ihr!“ forderte sie ihn auf. Und zu ihrer großen Überraschung fing der Mann an zu erzählen: „Wir lernten uns am Bahnhof kennen. Ich war gerade neunzehn und im Marine Corps....“



      Hallo liebe Heimlich-Leser!
      Ich freue mich natürlich sehr über jeden, der hier landet und sich die Zeit nimmt, die Geschichte zu lesen. Da man allerdings in diesem neuen Forum nicht mehr sehen kann, wie oft die Seite angeklickt wurde, bitte ich Euch mir wenigsten einen Daumen hoch bzw. Daumen runter zu hinterlassen. Dadurch sehe ich nicht nur wie oft der SC ungefähr gelesen
      wurde, sondern auch ob er Euch gefallen hat.
      Ein FB wäre natürlich genial!

      Danke!
      Eure Peppi






      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Peppi1209“ ()

      Ach, Peppie, unser Gunny ist aber auch eine Träne... Genauso könnte es sich in Gibbs Keller wohl etliche Male zugetragen haben. Wenn er doch nur den Mund auf kriegen würde!!!
      du hast das so schön geschrieben.
      allerdings würde ich mir ergänzend dazu noch GibbsSichtweise wünschen . Wie er wach daliegt und mit seinenDämonen kämpft. Um dann in den Keller zu fliegen und bei Bourbon und Holz die Welt zu verfluchen.
      :-/ gut gemacht !!
      Hallo Nyma!

      Vielen lieben Dank für Dein FB! Es freut mich wirklich sehr, dass Dir der kleine Ausflug in mein NCIS-Universum gefallen hat. Wie schon erwähnt, handelt es sich ja um einen Auszug aus meiner FF. Eine Fortsetzung ist daher nicht ausgeschlossen, allerdings wollte ich erst mal antesten, wie die Geschichte generell ankommt und ob es hier überhaupt noch potenzielle Leser gibt.



      Danke.
      Mich halten die wenigen Leser ja auch nicht vom Tippseln ab, nur vom Veröffentlichen.
      Aber Du hast schon recht, Dein SC ist ja auch leider noch nicht allzu oft kommentiert. Dabei hast Du Dir da wirklich was einfallen lassen.
      Aber vielleicht kommt das ja noch... ;)



      Hey,

      ich hab deine FF Family Affairs nicht gelesen (bin nicht so der Fanfiction-Leser - wenn, dann lese ich eher Shortcuts ;) ), aber finde es sehr schön, dass du einen Shortcut dazu gepostet hast. So werden Leser von SCs auf deine Fanfiction aufmerksam und Leser deiner Fanfiction bekommen einen Shortcut.
      Auch, wenn ich Jocelyn und die ganzen Hintergründe nicht wirklich kenne, konnte ich mich gut in die Situation denken. Am Ende war man dann natürlich als Leser ein wenig frustriert, weil Gibbs Jocelyn hat gehen lassen und Jocelyn nicht weiß, was da genau los ist. Da möchte man als Leser am liebsten selbst Gibbs die Treppe hochjagen und Jocelyns Auto manipulieren oder sowas, damit sie sich noch erreichen. :D

      Liebe Grüße
      Kerstin
      Hallo Grisu!

      Vielen Dank für Dein FB!
      Manchmal kommt es bei mir vor, dass sich gewisse Szenen in meinem Kopf festsetzen und ich diese dann erst mal aufschreibe und später dann in die Geschichte integriere.
      So ist das auch hier der Fall. In meiner FF bin ich wirklich noch nicht so weit wie dieser SC es vielleicht andeuten würde.
      Aber ich arbeite daran... ;)



      Hallo Peppi -
      Schöne Fortsetzung .
      Noch ein wenig und aus dem Shortcut wird eine ganze FF .

      Bzgl.
      Da man allerdings in diesem neuen Forum nicht mehr sehen kann, wie oft die Seite angeklickt wurde,..

      Also in der Übersicht der Shortcuts ist bei mir eine Spalte Zugriffe zu sehen .

      Gruß Grisu112